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Samstag – fürstlich gegessen – da blieb für den Rest des Abends noch das Konzert mit vier hyppen Typen aus Old England. Die Klaxons kamen in Zürich vorbei. Und weil die Jungs fürs Abart wohl schon “zu gross” sind, wurde ins Rohstofflager geladen. Dort hatte ich eines meiner besten Konzerte erlebt – Peaches vor drei Jahren – deshalb war dagegen erstmal nix einzuwenden.

Proppevoll dann der Club. Klar. Die Stimmung schön aufgeladen – was konnte da schief gehen. Nichts eigentlich. Zumal den Klaxons ein fast legendärer Ruf als Live-Band vorauseilt, die keinen Abend anbrennen lassen. Schon bei den ersten Riffs ging die Menge vorn voll mit und hörte nicht mehr auf. Unklar. Denn was die Band da als Live-Ereignis ablieferte war enttäuschende Durchschnittsware. Stück an Stück – eine Zwischenansage – “Zurich”, noch ein paar gemurmelte Worte, wieder Stück an Stück – etwas andere Reihenfolge als auf dem Album – aber sonst. Keine Leidenschaft, keine wilden Interpretationen, keine ausgeflippte Show. Einfach runtergespielt das Zeug – nicht schlecht / OK – aber irgendwie gelangweilt. Eine einzelne Zugabe gabs dann noch. Ein Stückchen sozusagen – aber was will man verlangen von einer Band, die erst ein Album gemacht hat. Da kann man nicht aus einem riesigen Arsenal schöpfen und Vive la Fete heissen.

Ich weiss nicht, woran es gelegen hat – vielleicht hat man die eine Platte inzwischen zu häufig wiedergegeben, vielleicht waren die Jungs müde, vielleicht war es einfach nicht ihr Tag. Und wenn ich dann noch im Moblog der Klaxons lese, dass das Konzert in Zürich besser war als jenes in St. Gallen – tja, dann denke ich so bei mir: sie sollten nach Hause fahren, Pause machen und ein paar neue Stücke aufnehmen.

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Und noch etwas ist mir an diesem Abend unangenehm aufgefallen. Die Band war kaum fertig – das ging es Licht an, Konserve an, Affe tot. Und als wenn das nicht Enzauberung genug wäre, tobten im selben Augenblick schon zwei Leute mit riesigen Besen durch die Menge, um die Halle auszufegen. Hab’ ich noch nie erlebt und ich frage mich, ist das ne Unart vom Abart (kaum vorstellbar) oder Mentalität vom Rohstofflager: wenn Konzert vorbei, raus mit der Meute. Hatte mir gar nicht gefallen, das.

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