Was macht eine Schulleitung (z. B. einer Kunsthochschule), wenn da ein Professor nicht so will wie es gut für die Schule wäre? – Wenn es um bauchpinselnde Prestigeprojekte geht und der quergängige Lehrer sowieso und immer wieder unangenehm auffällt? Widersprüche stehen zu lassen und andere Meinungen aushalten, scheint die Stärke der Zürcher Hochschule der Künste nicht zu sein. Dafür gehen Verweise wohl leichter von der Hand. Und wenn Verweise in der Regel nachhaltige Disziplinierung anstreben, dann wird gleich noch die Leitungstätigkeit mit aufgehoben. – Das kann man deutlich nennen. Demokratisch ist das nicht. Anständig auch nicht. Aber anständig müssen Schulleitungen ja auch nicht sein. Wirtschaftlich und erfolgreich schon eher. Und für diese Sache braucht es weniger in kritischem Geist geschulte Kunststudentinnen und -studenten, denn einen schönen Prunkbau. Für den es dann gilt, die finanziellen Mittel auf jede erdenkliche Weise locker zu machen. Locker machen zu lassen. Beim Kantonsrat nämlich – und da passt es seinerzeit (letzten September) nicht ins Kalkül, wenn da ein von der Rolle gekommener Querulant seine Widerspruchsmöglichkeiten auslotet. Innerhalb eines demokratischen Diskurses – versteht sich. Doch so eine notwehr-begründete Abwehrreaktion der Schule darf sich dann schon mal neben dem Rahmen bewegen. Weil wo kommen wir dahin, wenn Lehrpersonal seine verbrieften Rechte auch in Anspruch nimmt. Eben. Da kommen wir zu einer Meinung, die einem den schönen Abgang aus dem Lebenswerk vermiesen könnte. Da sei Gott vor.

«Es geht nicht mehr um die Verlegung der Kunsthochschule ins Toniareal, sondern um demokratische Grundrechte»: Hochschulprofessor Thomas Müllenbach. Bild: Keystone

«Es geht nicht mehr um die Verlegung der Kunsthochschule ins Toniareal, sondern um demokratische Grundrechte»: Hochschulprofessor Thomas Müllenbach. Bild: Keystone
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