22. April, 2008 um 07:40 ·
Kategorien: europa, fotografie, industrie, musik ·
Autor: Renée Schauecker ·
Bin mal wieder bei meinem fotografischen
Lieblingsblog fündig geworden. Matthias Stief heisst der Tipp und ich denke nach. An meine ersten dokumentarfotografischen Versuche. - Und sehe alles, was mein Lehrer mir in puncto gute Fotografie so wärmstens ans Herz legte.
Matthias Stief - Moscwa Metro #1 (aus Russia) //
homepage //

Musikalisch unterlege ich das hier heute mit neuem Material von Dosh, der die Grenzen zwischen Pop und Jazz begeht.
Dosh -
If you want to you have to (Wolves and Wishes, release 13.05.08) //
artist // label::
anticon
(via
betterPropaganda)
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23. März, 2008 um 18:00 ·
Kategorien: europa, industrie, kunst, medien und studium ·
Autor: Renée Schauecker ·

Foto:
wasserscheide.eu
Marcel Duchamp (1887–1968) gilt sicher zu Recht als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts und hat die moderne Kunst wohl kaum geprägt wie ein anderer. Er zählt zu den Wegbereitern des Surrealismus und des Dadaismus und ist Mitbegründer der Konzeptkunst. Ich würde behaupten, in Duchamp hatte sich eine Künstlerpersönlichkeit manifestiert, die die Auseinandersetzung in der Kunst der zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts dominieren sollte. Jenseits einer Festlegung und damit Festschreibung in und mit Medien. Ihn zeichnet eine durch mediale Unabhängigkeit gekennzeichnete Kreativität aus. Der Zugehörigkeit zu den einzelnen Medien und den ihnen eingeschriebenen Ausdrucksmöglichkeiten ist er immer wieder durch deren Überschreitung entgangen.
Interessant ist er für mich auch, weil er einer der wenigen Künstler der Avantgarde ist, der sich den Zugang zu Technik bzw. den Umgang mit Technologie offen gelassen hat. Mit offen gelassen meine ich, es ist weder eine absolutistische Technikkritik aus seinem Werk herauszulesen, noch eine Anbetung derselben, wie sie von den Futuristen oder Teilen der russischen Avantgarde vertreten wurde.
Dieser Teil seines Schaffens - die
Ready-mades - hat später viele Künstler der 60er und 7oer beeinflusst. Das Konzept einer Gegenkunst, die sich mit gefunden Gegenständen und Alltäglichem auseinandersetzte bzw. sie ins Zentrum der Auseinandersetzung nahm. Auch hier war Duchamp seinen Zeitgenossen weit voraus, wenn man sich ansieht, wann er seine ersten Werke inszenierte und wann in grossem Stil Ready-mades umgesetzt wurden. Aus dieser ersten Zeit der Auseinandersetzung um Technik gefällt mir sowohl inhaltlich wie auch von der formalen Lösung sein Fahrrad-Rad ungemein. Es ist von 1913 und verrät einen ironischen Zugang zum Thema, wie es bei dem heiligen Ernst der Russen - den ersten Maschinenkünstlern, die der Einfachheit halber oft als russische
Konstruktivisten zusammengefasst werden, viel zu selten war.

An seinem Hauptwerk - das mir bis vor kurzem gänzlich unbekannt war - arbeitete Duchamp mehr als 8 Jahre, von 1915-1923 - um genau zu sein. „Die Neuvermählte/Braut wird von ihren Junggesellen entkleidet, sogar - oder kurz: Das grosse Glas (Öl, Blei Bleidraht, Folie, Staub und Firnis auf Glas). Es ist nicht vollendet und heute in einer “gesprungenen” Fassung erhalten. Es gilt als grossartiger Versuch der aufkommenden Konzeptkunst und hat Duchamp für seine Verhältnisse extrem lange beschäftigt.

(Abbildung via
e-art)
Einen interessaten Text findet man bei
cosmopolis.ch - Biografie, Leben und Werk - basierend auf Calvin Tomkins: Ein Leben zwischen Eros, Schach und Kunst
Duchamp bei Wikipedia
Empfehlenswert ist der
Wikimedia-Bereich zu Duchamp
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8. März, 2008 um 22:43 ·
Kategorien: europa, fotografie, porträt ·
Autor: Renée Schauecker ·
“Das Wesen der gesamten Photographie ist dokumentarischer Art,” (August Sander, 1931).
Das intensive Studium der Fotografie auch seiner Geschichte brachte mich heute zu August Sander und seinen “Menschen des 20. Jahrhunderts”. Noch nie vorher von ihm gehört, war ich umgehend beeindruckt.
1876 geboren - fotografierte er seit den 20er Jahren die Deutschen. Wenn man seine Kontakte kurz ansieht, wird schnell auch eine künstlerische Heimat klar: zum Beispiel
Raoul Hausmann (österr. Dadaist) oder
Otto Dix (deutscher Expressionist).
1926 gibt er das erste Buch - Antlitz der Zeit - seiner als vollständig geplanten Arbeit “Menschen des 20. Jahrhunderts” heraus. 60 Porträts von Deutschen, das auf eine Weise unprätentiös und ungekünstelt daherkommt. - Sehr im Gegensatz zu einem zu gleicher Zeit fotografierenden
Edward Steichen - zum Beispiel. Die Druckstöcke des Buches wurden von den Nationalsozialisten beschlagnahmt vernichtet. Das wundert nicht, wenn man sich seine Porträts ansieht. Keine Beispiele, wie die Ideologen das deutsche Volk gern dargestellt gesehen haben.
Als exemplarisch für seine Porträtfotografie wird schon erwähntes “Menschen des 20. Jahrhunderts” bezeichnet. Es ist wie ein Zeugnis der Weimarer Republik und ein Querschnitt der Gesellschaft.


Einen guten Einblick in die Fotografie Sanders gibt es bei masters of
fine art/photography // Die Photografische Sammlung bzw.
augustsander.de
Tags: august sander, porträtfotografie, portrait, photography, Weimarer Republik
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30. Oktober, 2007 um 17:03 ·
Kategorien: ausstellungen, europa, kunst, medien und studium ·
Autor: Renée Schauecker ·
Grosses Trommeln und dann war ich doch ein klitzekleinesbisschen enttäuscht. Die offiziellen Exponate fanden sich in einem relativ kleinen Raum wieder. Aber ja nu - das wenige war auf jeden Fall interessant. “Access” war das Thema - wird immer wichtiger. Neue Verteilkämpfe wiederholen und rekapitaliseren die bestehenden Strukturen fast schmerzlich jeden Tag aufs Neue. Logisch haben mich deshalb Projekte wie das “Opera Calling” von Bitnik aus Zürich besonders gefreut. - Zur Erinnerung - im Zürcher Opernhaus wurden Handy-”Wanzen” versteckt, um live Ausführungen zu senden. Und senden ging dann so, dass per Zufallsprinzip Haushalte in Zürich telefonisch angewählt wurden, die dann an den Aufführungen teilhaben kostenlos (leider wohl nicht in bester Qualität). Aber mein heimlicher Renner war dann auch “Picadae” von Christoph Wachter und Matthias Jud. Mit dieser Website können interessierte Menschen (in zensierten Webdomainen) diese Informationsverbote umgehen. Und auch wenn der Dienst von www.picidae.com längst von zum Beispiel von chinesischen Behörden gesperrt wurde, hat die technische Umsetzung längst unzählige Nachahmer gefunden.
Und um kryptische Geleiseecken (neubaslerisch die coole Ecke des Dreispitzareals) gab es ja auch noch die Schau der NoNames, sprich die StudentInnen hatten die Möglichkeit, leere, kalte Eisenbahnwaggons interssanter zu gestalten. - Bleibt zu sagen, die Waggons an sich waren eine super Idee - andererseits wirken die Exponate etwas beziehungslos.
Hier kommen noch ein paar Fotos - die beiden oben zeigen exemplarisch das Projekt “Opera Calling” von Bitnik. Das eine unten zeigt die “Präsentation” von Amazon Noir - einem Projekt, das die Volltextsuche von Amazon dazu benutzte, komplette Bücher gratis herunterzuladen.

Tags: shift, festival, neue Medien, access, Opera Calling, Bitnik, Picidae, Amazon Noir
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6. April, 2006 um 14:36 ·
Kategorien: amerika, fotografie ·
Autor: bhlogiston ·
Alle irgendwie angehiphopte Musikwelt wartet sehnsüchtig auf den Erstling von Gnarls Barkley. Dabei haben die Mannen jetzt schon Geschichte geschrieben. Ein Nummer-1-Song in den englischen Charts allein auf Grund der Online-Verkäufe. Das ist crazy und der Rest brauchte gar nicht mehr gezählt werden. Seit ein paar Wochen schon geistert ein Violent Femmes Cover von ihnen durchs Netz. Dazu lege ich ein Foto von Richard Billingham.
Musik
Gnarls Barkley - Gone Daddy Gone // Angespielt wird das auch auf ihrer
myspace.com-Seite.
Foto
Richard Billingham - Ray is a laugh (1989-96) //
Quelle.

+ del.icio.us
Tags: einsamkeit, alter mann, Richard Billingham
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