Die Überschrift ist aus einem eben beim Kunstblock entdeckten Artikel: Leben bevor die Handwerker kommen. Zur Ästhetik des Durchwurstelns. – Über die sozialen Lesarten künstlerischer Verwaltung in einer Gesellschaft, die das Einkommen bzw. die Lebensqualität von Künstlern nur wenig interessiert bzw. nur wenig thematisiert. Was das mit Durchwursteln zu tun hat – ein kurzes Zitat:

So denkt man beim Begriff des „Durchwurstelns“ in Zusammenhang mit KünstlerInnen auch zuerst an Fragen der Ökonomie, ihrem Leben als Low Budget Produktion. Das kann man sich aber ganz entspannt mit einer Tüte Popcorn reintun, denn Improvisation ist immer eine Lachnummer. Künstlerideologien scheinen dagegen auf soliderem Fundament errichtet, man lehnt sich mit zusammengekniffenen Augen nach vorne und versucht zu verstehen.

Der Artikel ist ausgesprochen lesenswert. Und um dann den künftigen Arbeitsweg nicht nur von Künstlern und Publizisten zu skizzieren, wird eine intelligente Brücke zur aktuellen Erwerbstätigkeit gezogen.

„Viele Künstler und Publizisten arbeiten als ehrenamtliche Mitarbeiter im Kulturbereich, erzielen Einkünfte durch niedrig bezahlte Dienstleistungen oder treten auf den Markt als die ‘neuen Selbständigen’ auf. Dabei bewegen sie sich häufig zwischen Sequenzen von Erwerbs- und Nichterwerbszeiten und arbeiten traditionell unter Arbeitsbedingungen, die nicht dem Normalarbeitsverhältnis entsprechen. So lautet die Kernfrage, inwieweit Arbeitsmärkte der Künstler und Publizisten zukunftsweisend für eine künftige Wissens- und Mediengesellschaft sind.“ (Haak, Carroll; Schmid, Günther, Arbeitsmärkte für Künstler und Publizisten – Modelle einer zukünftigen Arbeitswelt?, 1999)

Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen und man sollte Universitäten und Kunstausbildungseinrichtungen darauf hinweisen, vielleicht mal das eine oder andere Seminar dem Thema Erwerbsfähigkeit zu widmen. – kompletter Beitrag

Autor: Ulrich Heinke

tags: , , ,