Stepptanz in den Rock’n'Roll Im ersten Stück packen die Jungs und das Mädel aus Omaha, Nebraska, die Riot-Wut aus und rocken überraschend heftig los. Das wundert, war doch phantasievoller Dream-Pop bisher das Markenzeichnen von «Tilly and the Wall». Doch schon im zweiten Stück drehen sie das Blatt und es geht ohne Hindernisse auf den Tanzboden. Die Vermählung von Rock und Dance schaffte es in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich in die Charts. «Tilly and the Wall» nehmen die 2000er Dringlichkeit wieder auf. In Zeiten, in denen verschwurbelte Elektroplatten die Rhythmusabteilung der Clubs beliefern, ist das eine mutige Entscheidung gegen den Zeitgeist. Zwischendurch blitzen ein paar 60er Anleihen auf, denn auch das Retrofieber will befeuert werden. Insgesamt hält das Album, was der Titel verspricht: Die Band steht unter Strom, geht mit vollem Dampf in die nächste Runde. Vor der besinnlichen Weihnachtszeit gibt es mit «Heavy Mood» nochmal ordentlich was auf die Ohren.

Schön tief gelegter Funk, wie das vom Yeasayer-Mitglied auf seinen Solo-Scheiben schöne Gewohnheit geworden ist. Fast scheint es, als würde der strand nur noch ferne erinnerung sein, das Rauschen des Meeres raubt einem langsam die fünf Sinne, die sich eigentlich auf die Realität konzentrieren. Die Luftmatraze unterm Hintern, einen batida brasil in der Hand – so könnte das ewig weitergehen.

DFA ist so freundlich, und vertraut uns die LP zum Vorhören an.

Bill Ayton, JKPP on flickr

Bil Ayton, JKPP on flickr, by bhlogiston

Die Dänen werden eine erquickliche Fan-Basis im Sturm erobern. Mit diesen leichten Piano-Schlägen und dem ungewöhnlichen Gesang (guten Erkennungsmerkmal) gehen sie ohne Umstände auf die Indie-Zwölf für ein “weired” Publikum. Die “alkoholische Glaubensmission” erinnert dabei stark an Art-Verwandte aus Kanada, zu nennen wären da in erster Linie Broken Social Scene oder The Most Serene Republic.

Tipp gefunden bei 78s

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Zeichnung nach Mark Wallenberg

Diese wirklich satte re-work habe ich heute im Netz gefunden. An dem stück muss man eh erstmal was falsch machen.

 

Viel zu spät gecheckt! flying cow, second try Ich gebe zu, ich brauchte drei Anläufe, um diese Briten für mich zu entdecken. Jetzt ist der Fall klar, glasklar: Das Debütalbum «An Awesome Wave» ist ganz besondere Kost. Diese sinnlichen Verstrickungen aus elektronischen Beats, ein ordentliches Fass Bass und dann diese Stimme von Joe Newman, zwischen Meckern, Quäcken und wispernden. Das klingt sowas von zwischen Elfe und Zwerg – und selbst daran stört man sich nach einem Durchgang nicht mehr. Die Musik der vier Jungs aus Leeds ist absolut ungewöhnlich, sie schleicht sich von hinten an. Wie ein Freund, du spürst ihn gerade noch kommen, da hält er dir von hinten die Augen mit seinen kalten Händen schon zu. Rate mal, heisst es dann! Nach dem dritten Hören weiss man es dann definitiv. «Alt-J (Δ)» überraschen mit selten so gehörten Song-Strukturen. Da sind Entdeckungsfahrten ohne Ende, die grosse Freude machen. Diese Männer haben keine Angst vor Gefühlen, keine vor Schmerzen. Mittenrein und den Schrecken in seiner Gänze ermessen, könnte ihr Motto sein. Und weil man grosse Gefühle nicht immer mit nur einer Art von Musik ausdrücken kann, ist dieser Sound eine Mischung aus Folk, Hip-Hop, Indie und Electronic. Ganz wunderbar!

Stream “An Awesome Wave”