Bandbreite ist heutzutage zu gut wie kein Problem mehr. Musik während des Arbeitens direkt aus dem Netz hören ist inzwischen fast unterbrechungsfrei. Das ist gut so, denn Ebony Cuts wären nicht Ebony Cuts, wäre das anders. Dabei ist Disco für mich eigentlich ein recht ambivalentes Ding zwischen verwundertem Zweifeln, wie so was länger als eine halbe Stunde funktioniert und ehrfürchtigem Staunen über den Einfallsreichtum, den charttaugliche Popmusik einmal hatte. - Sei’s drum.
Allen, denen etwas an gutmütgier Unterhaltung liegt, denen seien die discoorientierten Mix von Gloria und Cuebism ans funkverwöhnte Herz gelegt. Es warten ein prallgefülltes Archiv und eine Menge Überraschungen auf die geneigten HörerInnen. Mit jedem neuen Mix fällt ein alter aus dem Archiv heraus. Ein Grund mehr, regelmässig vorbeizugehen und die Mixe zu hören oder mitzunehmeh. Denn die stehen vollständig und unbeschränkt zum Herunterladen bereit. - Einziger Wehrmutstropfen sidn die Playlists; die fehlen leider. Oder ich kann sie einfach nicht finden. Manchmal wäre es schon super, das verwendete Material nachzuschlagen zu können.
Neuer Kurs. Grundlagen Fotografie. Gestern gabs die gemeinsame Ausstellungsbegehung.
Helmhaus in Zürich, Weltbilder II. Unser Kursleiter Istvan Balogh war mit einer Serie von Frauenporträts vertreten, Sur-Face 2007.
Die gesamte Serie ist auf seiner
Homepage zu studieren.
Mich haben nicht alle Arbeiten dieser Ausstellung angesprochen. Zum Beispiel die drei Fotos aus der Berliner Heimat. Fotos von russischen/polnischen Denkmälern in Berlin - irgendwie nicht. Ist das jetzt sozialistische Romantik, effektvolle Hinweisfotografie oder in welchem Zusammenhang stehen diese Relikte sozialistischer Heldenverehrung?
Etwas mehr konnte ich mit den Arbeiten von Guadalupe Ruiz aus Kolumbien anfangen. Sie fotografierte die Wohnungen unterschiedlicher sozialer Klassen. Je sechs ausgeschnittene Innenansichten, die für je einen Bezirk in Bogotà stehen - die je eine Art soziales Millieu repräsentieren (gemessen an der Kaufkraft seiner BewohnerInnen). Diese sechs sozialen Bereiche werden von der Stadtbehörde geschätzt und sind dann verantwortlich für die Steuern, die in diesen Zonen dann gezahlt werden müssen. Bei den Arbeiten von Ruiz sind dann nicht nur die Unterschiede in der Qualität des Interieurs offensichtlich. Mann kann wunderbar studieren, dass die Strukturen, die formellen und symbolischen Formen, die die Wohnräume auszeichnen gar nicht so unterschiedlich sind. Es braucht immer Sofas, Kissen, Bilder an den Wänden, Nippes und ähnliches. Und an den Wänden hängen Bilder (gerahmt oder nichtgerahmt) von Jesus und/oder Maria oder von kitschigen Landschaften. - Mehr Fotos von ihr auf
lupita.ch
Und weil Istvan ein ungarischer Vorname ist und weil es dieses interessante Stück für lau auf der Homepage der Band gibt, stelle ich hier noch eine Band aus Budapest neben den Fotoeintrag.
Samstag - fürstlich gegessen - da blieb für den Rest des Abends noch das Konzert mit vier hyppen Typen aus Old England. Die Klaxons kamen in Zürich vorbei. Und weil die Jungs fürs Abart wohl schon “zu gross” sind, wurde ins Rohstofflager geladen. Dort hatte ich eines meiner besten Konzerte erlebt - Peaches vor drei Jahren - deshalb war dagegen erstmal nix einzuwenden.
Proppevoll dann der Club. Klar. Die Stimmung schön aufgeladen - was konnte da schief gehen. Nichts eigentlich. Zumal den Klaxons ein fast legendärer Ruf als Live-Band vorauseilt, die keinen Abend anbrennen lassen. Schon bei den ersten Riffs ging die Menge vorn voll mit und hörte nicht mehr auf. Unklar. Denn was die Band da als Live-Ereignis ablieferte war enttäuschende Durchschnittsware. Stück an Stück - eine Zwischenansage - “Zurich”, noch ein paar gemurmelte Worte, wieder Stück an Stück - etwas andere Reihenfolge als auf dem Album - aber sonst. Keine Leidenschaft, keine wilden Interpretationen, keine ausgeflippte Show. Einfach runtergespielt das Zeug - nicht schlecht / OK - aber irgendwie gelangweilt. Eine einzelne Zugabe gabs dann noch. Ein Stückchen sozusagen - aber was will man verlangen von einer Band, die erst ein Album gemacht hat. Da kann man nicht aus einem riesigen Arsenal schöpfen und Vive la Fete heissen.
Ich weiss nicht, woran es gelegen hat - vielleicht hat man die eine Platte inzwischen zu häufig wiedergegeben, vielleicht waren die Jungs müde, vielleicht war es einfach nicht ihr Tag. Und wenn ich dann noch im Moblog der Klaxons lese, dass das Konzert in Zürich besser war als jenes in St. Gallen - tja, dann denke ich so bei mir: sie sollten nach Hause fahren, Pause machen und ein paar neue Stücke aufnehmen.
Klaxons - Golden Skans (Download viamyspace.com) //
homepage
Und noch etwas ist mir an diesem Abend unangenehm aufgefallen. Die Band war kaum fertig - das ging es Licht an, Konserve an, Affe tot. Und als wenn das nicht Enzauberung genug wäre, tobten im selben Augenblick schon zwei Leute mit riesigen Besen durch die Menge, um die Halle auszufegen. Hab’ ich noch nie erlebt und ich frage mich, ist das ne Unart vom Abart (kaum vorstellbar) oder Mentalität vom Rohstofflager: wenn Konzert vorbei, raus mit der Meute. Hatte mir gar nicht gefallen, das.
Office2000. Sowas liest sich fast synonym. So als würden in genau diesen Bürohäusern Menschen sitzen, die den lieben langen Tag vor Monitoren sitzen, die jene millionenfach installierte Bürosoftware ausgeben. Welch schöne Eintracht von Form und Inhalt.
Der Schweizer und Wahlkanadier Thomas Kneubühler hat eine Zeitlang Bürohäuser aufgenommen oder Angestellte von Wachschutzfirmen oder Leute, die vor den Monitoren beschäftigt sind.
Foto
Thomas Kneubühler - De la série ‘Office 2000′ / via
ProjexMtl, Art comtemporain, Montreal
Sie machen es jedem leicht. Sehr leicht. Auch Nichteingeweihte oder Nur-Begleitungen oder Neue - für alle brauchen Vive la Fete! eigentlich nur runde 5 Minuten - und du bist auf ihrer Seite. Nach meinem inzwischen vierten Konzert kann ich sagen: diese Band ist eine Bank. Jeder Gig eingeprägt, würdig eines Speichervorgangs, der Jahre überdauert. Und immer wieder neu, die Begeisterung direkt danach. Das ist nicht einfach leergefegter Electropop. Das ist Begeisterung am Mischen von Gitarre und Synthie - allein für die Hüfte. Und die kann gar nicht anders als mitmachen. - Und das beste ist natürlich Els Pynoo - ihres Zeichens Muse für den Gitarristen aber eigentlich die Sängerin der Band. Ausstrahlung sagt man dazu. Und dann ist daneben immer noch ein Wundern, wie diese Frau sich bewegt. Mal wie eine Elfe, mal wie eine Ballerina, mal wie ein Fohlen, das ausschlägt - immer elegant. Mit der seltsamen Eigenart, die Bühne barfuss zu betreten, um das gesamte Konzert über auf ihren Ballen zu absolvieren. In der Summe zwingend aufregend.
Was passiert, wenn man eine Kamera an einem belebten Ort einer grossen Stadt positioniert. Sich unweit davon gemütlich niederlässt und wann immer man es für geboten hält, den Auslöser (samt installiertem Schnellblitz) betätigt? Fotos von Passanten, die sich weiterhin ungestört ihren Gedanken hingeben, weil sie ahnunglos von ihrer Porträtierung nichts mitbekommen.
what happens if you put a camera on a busy place of a big city and from a far distance take pictures of people via a remote control? this results in portraits which become obviously all natural. Foto
Philip-Lorca diCorcia - Head #8 (2000) // see other 49 photos by diCorcia via
artnet.
Musik
In bester Falcett-Manier kommt die revitalisierte Diskomusik auf uns herab. Dank Scissor Sisters dürfen auch solche überdrehten Youngsters wie Mika heran oder die von Giganten beeinflussten Kalifornier.
the revitalisized disco music comes down on us in best falcett-manner. credit to scissor sisters also youngsters like Mika or the by giants influenced californians take their chance.
Scissor Sisters - Lights (Ta-Dah, 2006) // visit the
website or buy the album via
amazon.de.
Mika - Love today (Life In Cartoon Motion, 2006) //
Mika-space.
Under the influence of giants - In the clouds (Under the Influence of Giants, 2006) //
home and
myspace.