Luc TuymansGestern hatte ich mal wieder versucht, eine institutionelle Konferenz mit Thema Kunst zu besuchen. Das Schaulager in Basel hatte geladen, sich mit dem Grund – als Feld des Sichtbaren  auseinanderzusetzen. Die internationale Tagung von eikones NFS Bildkritik – las sich zunächst recht interessant – und der erste Referent, Prof. Gottfried Boehm aus Basel versprach eine hochkarätige philosophische Veranstaltung mit seinem “Der Grund und die Gründe”.

Auf dem Grund stehen wir, er trägt uns. Wenn wir einen Grund angeben sollen, meinen wir eine kausale Bestimmung und sprechen vom Begründen. Aber auch bei Bildern können wir einen Grund benennen. – Die Beschäftigung mit dem Grund war lange Zeit von den einflussreichen Theoremen der Gestaltpsychologie beherrscht. (…)

Doch im Laufe der folgenden zwei Vorträge machte sich in mir gähnende Langeweile breit und Erstaunen. Erstaunen darüber, wie verknarzt, verknattert und jenseitig sich kunsthistorische Dispute gestalten, wenn sie mehr wollen, als mal eben Interpretationen an alten Bildern vorzunehmen. – Künftig wird mir das eine Warnung sein und werde um Veranstaltungen einen möglichst grossen Bogen machen, die sich anschicken, das philosophische Gründeln über Bilder in der Kunst zum Programm zu machen.

Einziger Licht- und Ausblick der Veranstaltung, die noch heute und morgen weitergeht, von der ich mich zumindest für heute empfehle, war der letzte Vortrag. Praxisorientiert, wie ja Kunsthistoriker sind, kam ein Künstler zu Wort. In dem Fall Luc Tymans, von dem ich (zu meiner Schande gestehend) bis dahin nichts wusste. Inzwischen ist er meinem Facebook-Fantum beigefügt worden. Eine ausführliche Beschäftigung mit seinen Werken wird folgen. Denn nicht nur war der gute Mann erfrischend anders – als die akademischen Hohepriester von Bedeutung, Grund, Feld, Topografie und dergleichen. Er war inhaltlich extrem spannend und vieles, was ihn umtreibt, beschäftigt auch mich. Zusätzlich kommen mir seine ästhetischen Umsetzungen bei konkreten Anliegen sehr vertraut vor. – Ich bin gespannt – und werde versuchen, ihn zu uns in den Master einzuladen.

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marshall mcluhanAuf meinem Weg durchs Netz um einige Informationen zu McLuhan zu finden, bin ich auf diese Seite aus Toronto gestossen. Für den einfachen und ersten Überblick ist das sicherlich eine gute Adresse. Der Sitz in Toronto verrät natürlich die Nähe zum Medientheoretiker. Deshalb darf hier wenig an kritischer Auseinandersetzung erwartet werden. Aber eben – für den Einstieg und einen Überblick über die Thesen von Marshall McLuhan und eine Einführung in seine Hauptwerke kann ich die Seite nur empfehlen.

Marshall McLuhan – ein Projekt von Isabel Morisse und Uwe Lehmann McLuhan bei Wikipedia

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In Anbetracht einer (wahrscheinlichen) für die nächsten Wochen intensiveren Auseinandersetzung mit Marshal McLuhan bin ich gleich über seine auffallende Behauptung gestossen: dass man von den Medien dasgeiche sagen könne, wie ein Robert Theobald von den Wirtschaftskrisen behauptete. Also machen wir das mal, das Zitat tatsächlich zu Ende zitieren.

Es gibt einen zusätzlichen Faktor, der uns geholfen hat, Medienkrisen in Grenzen zu halten, und das ist ein besseres Verständnis ihrer Entwicklung.

Diesen Vergleich zieht er (indirekt) im Vorwort zu “Die magischen Kanäle” und mir fallen sofort ein paar Fragen ein: Was sind Medienkrisen und kann man Medienkrisen in Grenzen halten?

Habe eben bei den Kollegen in Aarau einen interessanten Artikel von Stefan Heidenreich zum Thema Medienkunst gefunden, der vordem in der Frankfurter Allgemeine erschienen ist. Provozierend genug für Medienschaffende dürfte allein der Titel des Textes sein: “Medienkunst gibt es nicht”. Kann man sich durchlesen und mit genug Ruhe auch mal durchdenken. Allein der Schluss kommt mir nicht so schnell über die Lippen wie dem Autor. So mein erstes Gefühl: auch wenn streng genommen alles richtig scheint – dass Medien im engeren Sinne nichts sind, auf was sich Künstler explizit beschränken sollen bzw. auf einige jeweils davon – könnte man dennoch fragen, in welchen Momenten es immer noch lohnend wäre, ein Betätigungsfeld von Künstlern zu benennen, dass sich zum Beispiel von Malerei, Illustration oder Film unterscheidet. Was wenn die massenmediale Verbreitung eines Kunstwerkes Inhalt und vor allem Motiv (man könnte auch sagen Sujet) für Künstler ist. Also Kunst, die sich explizit auf jene Wege der Verbreitung und/oder Diskussion bewegt, die Malerei (zum Beispiel) nicht gehen kann. Da fällt mir dann doch noch und immer wieder der Walter Benjamin ein, der durchaus richtig bemerkte, warum und wie sich Film von Malerie unterscheidet. Und das vor allem das mediale Andere daran das jeweils Entscheidende war. – Lange Vorrede – ich denke, es ist sicher an der Zeit – der Kunst mit und durch Medien einige explizite Fragen zu stellen – ihr jede Form berechtigter Unterscheidungsmerkmale abzusprechen, hört sich etwas übertrieben an.

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