Die Dresden Dolls werden am 20.05. ihr neues Album veröffentlichen und erlauben auf myspace schon mal das Vorhören auf 2 Tracks. Den einen gibts zum Herunterladen und man darf auf den Rest des Albums gespannt sein. Die schrägen Piano-Passagen und die eindringliche Stimme von Amanda Palmer sind auf jeden Fall wieder mit im Spiel. Und diese Mischung aus Punk, Rock und Cabaret ist immer noch deutlich das Programm, dass die beiden auf der Bühne verfolgen.
Der Albumtitel sollte hoffentlich nicht musikalisch Verwirrung stiften - hiess doch das Zweitalbum vor zwei Jahren Yes, Virginia. Und nach einem Blick auf die Labelseite wird denn auch klar. Das hier ist kein neues Studiumalbum (im weitesten Sinne) - eher so eine Sammlung unveröffentlicher Songs, mit der der Virginia-Zyklus zu seinem Ende kommt. Sollte den beiden das Pulver für neues Material ausgegangen sein, dass nach zwei Jahren bereits Bestehendes neu aufbereitet wird? - Das will ich mal nicht hoffen.
Spätestens seit 14 Tagen ist der Sommer kaum noch aufzuhalten - für manche ist er schon da. Das stellt plakativere Anforderungen an die Playlisten als eine freundliche Frühlingsunterhaltung. Jetzt muss es catchy, mit deutlich mehr Rhythmus und mit weniger zurückhaltendem Hüftgefühl sein. Zum Beispiel Musik, die sich selbst vollmundig dem Pop verschrieben hat: Camera Obscura aus Glasgow (einem Feld, das in den 90ern keine Band so überzeugend beackert hat wie die Waliser Saint Etienne). Musik, wo das Verhältnis zum Rhythmus schon in den Instrumenten eingeschrieben ist: ganz neu! The Ruby Suns aus San Fransisco mit Hang zu Neuseeland. Oder Musik, die olle Kamellen frisch zubereitet: Calvin Harris, nochmal Schottland.
Shy Child volltreffern mit Astronaut auf meine derzeitige 80-Nach- bzw. Aufholjagd. Seinerzeit hatte ich dieses synthiemässige Gerumpel verschmäht und mich dem Punk und New Wave verschrieben. Ich kann also ebenos unbeschwert geniessen, wie die Spätgeborenen. Meine Altersklasse ist derweil am Motzen: alles schon mal dagewesen. und um Klassen besser. Schon klar. - Jedenfalls ist das hier nix vom andern Stern und auch keine Astronauten-Nahrung - sondern kommt einer reellen Aufforderung zum Tanz recht nahe.
Nach dem Blogger-Hype war das Debut von der “schärftsten Sache aus Brooklyn seit der Erfindung von Fishermans Friends. Und wer da gleich an M.I.A. denkt - schwer das nicht zu tun - liegt goldrichtig. Da steht der gleiche Switch am Mixer und pitcht, was das Zeug hält. Aus meiner Sicht ist hier bei Santogold das glatte etwas weniger glatt. Ist so gut wie gekauft. Santogold - Creator (Santogold, released 22.04.2008) // home // label::
Atlantic Records // via
spinner.com
Einen hauseigenen Switch-Remix von You’ll find a way - kann man bei
last.fm in hören. Ist aber für mich um Längen weniger interessant, als das angeraute Original. Wesentlich besser gefällt mir da schon der Mix, den man via betterPropaganda kredenzt bekommt: Santogold - L.E.S. Artistes (Xxxchange_Remix)
Eine etwas verwegene Abmischung aus Kuhglocken und dem Groove der 70er. Wer die verpasst hat, könnte Funk für sich entdecken. Seit einigen Tagen weht ja der Atem der 70er Disco durch diverse Neuerscheinungen. Ich denke da mal (verzückt) an Hercules & Love Affair (und das, obwohl mir Antony bisher so gar nichts zu sagen hatte.) - Zurück zu James Pants - der irgendwie etwas kauzig wirkt auf seinem
betterPropaganda-Profil. Vielleicht ist das nötig, wenn man diese unterproduzierten Vocals aus den 90ern auf Funkplatten losläst. Mir gefällts. Tanzen geht auch. Fehlt also nix (vielleicht ein bisschen Wumms).
Seit kurzem gibt es das neue Album von Portishead als kostenlosen Stream bei imeem.com. (Offiziell dürfte das erst ab Morgen möglich sein und auch erst auf Last.fm)
Habe es mir eben angehört. 10 Jahre auf ein Album warten - da kann man sich schon mal schnell die Zeit mit anderen Bands vertreiben. Aber jetzt sind sie zurück. Mit Pauken und Trompeten - könnte man sagen. Auch wenn keine drauf sind. - Und ich muss sagen. Vielen knüpft nahtlos an - und vielem merkt man das Soloprojekt von Beth Gibbons an. Ist ok.
Grosses Ah und grosses Oh kommt von mir für We carry on. Ist für mich der beste Song des Jahres. Bis jetzt. Was für ein abgründiges Grollen. Was für Grummeln wie am Ende einer Welt, die es gottseidgedankt nie gegeben hat. - Als wär das Stück Programm für Portishead. Und Machine Gun macht da gleich weiter. Überhaupt gibt es keinen Aussetzer auf Third. Fazit Schon nach dem ersten Durchhören gehen die 10 Jahre klar. Oder anders gesagt, gibt es so manche Band, da hätte man lieber 10 Jahre auf das nächste Album gewartet.
Angeblich um dem massiven illegalen Download zu verhindert, hat sich das Label überlegt, das Album komplett als Stream zum Vorhören anzubieten. - Ob’s hilft, kann ich mir kaum vorstellen. Aber der Service verdient eine Erwähnung. Immerhin habe ich mir auf diese Weise meinen Einblick verschafft. Ab 25. April ist dann der Handel am Zug. Ich hoffe das Teil kommt auf Vinyl.