Die Masterausbildung in Fine Arts kommt hier in Zürich mit etwas Verspätung aber doch langsam in Schwung. Die zweite Woche hat begonnen – und in Kürze kann ich wieder mehr Zeit für bhlogiston erübrigen. Dann nämlich haben sich Erwerbstätigkeit und künstlerische Praxis eingependelt. Hehe.

In der Zwischenzeit präsentiere ich mal zwei eigene Fotos. Aus einem einzigen Grund: ich habe das Vergnügen, damit einen ausgeschriebenen Fotowettbewerb gewonnen zu haben. Das freut mich natürlich sehr. Umso mehr bei der Nebenbemerkung – dieses war mein erster Wettbewerb – und gleich ein erster Platz. Ich will selbstverständlich niemanden neidisch machen. Aber so kann mein neues Künstlerleben XXL gerne weitergehen.

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Der Fotowettbewerb warb um eine spezielle Sicht auf die Kalkbreite, ein Areal in Zürich, dass in naher Zukunft so nicht mehr existieren wird. Ob der Wettbewerb jetzt eine zweifelhafte, romantischen Empfindungen entsprungene Würdigung städtebaulicher Vergangenheit darstellt oder dem eher kühlen Archivierungsbedürfnis eines Stadtarchivs entsprungen ist, kann mir eigentlich egal sein. Gesucht wurde die schönste Entdeckung, die überzeugendste Vision. Soviel dazu. So ein erster Platz macht mir natürlich Lust auf mehr Wettbewerbe.

Das zweite Foto hier hat es übrigens in die Auswahl der besten 16 geschafft und wird gleichfalls in der kleinen Ausstellung zu sehen sein, die der Verein Kalkbreite initiiert.

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So würde man dieses leidige Kapitel der Urheberrechte und deren Verletzungen im Zeitalter von Internet & Co. gern benennen. Heute las ich im Kunst-Blog.com vom nächsten Kapitel in Sachen widerrechtlich verwendeten Bildmaterials in Blogs – das eigentlich nicht die Spur einer Urheberrechtsverletzung hat. Ein Bild abzubilden, als Bebilderung eines Berichtes, der mit jenem Bild in Zusammenhang steht – zum Beispiel der Bericht über eine Ausstellung, Galerie etc. – kommt doch nach meinem gesunden Menschenverstand nicht einer Urheberrechtsverletzungt gleich. Ich meine nicht nach aktuellem Recht – sondern nach common sense. Was im aktuellen Fall zusätzlich seltsam ist, ist die Fristenlösung – auf die sich der Kunst-Blog und die VG Bildkunst geeinigt haben. Es wird erlaubt, für eine befristeten Zeitraum – Berichterstattung – Bildmaterial über Künstler/Werke zu verwenden. Dann muss das Zeug runter vom Netz. – Wie darf man das verstehen: als die Erlaubnis einer zeitlich befristeten Rechtsverletzung – oder als das aberwitzige Beharren auf Entfernung, die keinen Sinn macht, weil ja eben das Netz im Gegensatz zum Printprodukt (Zeitung) kein in dem Sinne funktionierendes Verfallsdatum hat. Die Entfernung aus dem Netz macht noch weniger Sinn als die kostenpflichtige Nutzung eines Archives für Printprodukte.

Ich verstehe diese Leute nicht, die nicht verstehen, dass sich die Dinge ändern – und es neuer Konzepte braucht, als immer und immer wieder auf die Anwendung jener Gesetze zu bestehen, die den technischen Entwicklungen nicht mehr gerecht werden können. Mit produktiven Kompromissen oder progressiven Konzepten hat das alles schon gar nichts mehr zu tun.

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Heute gehe ich hier mal in eigener Sache zu Werke. Ab 18h werden ZHdK-weit die Bachelor-Ausstellungen eröffnet. Eine Woche nach den Diplomanden kommen also die dreijährigen zum Zuge. Natürlich kann man nicht auf allen Hochzeiten tanzen – und deshalb bewerbe ich hier mal ausdrücklich unsere DMK-Ausstellung. Die Bildenden Künste, Fotografen und Neuen Medien (jetzt Medialen Künste) haben sich zusammengeschlossen und stellen am Sihlquai 125 aus – im ganzen Haus.

Die eigene Abschlussarbeit ist auch dabei. Für die Wiedererkennung stelle ich mal einen Schnappschuss vom Projekt hierher, falls Zürcher hier mitlesen und abends doch vorbeikommen wollen. (noch ein Link von meinem Heimatinstitut, falls es Schwierigkeiten mit dem Adressefinden gibt.)

Videostill

Das Projekt ist in der Hauptsache ein 17-minütiges Video. Die Installation wird durch ein Reissbrett vervollständig auf dem 32 kleine Tafeln mit Posen aus Business, Sport, Mode und Politik aufgehängt sind. – Das Thema kommt aus einem praxisorientierten Seminar, in dem es in den letzten vier Monaten um genau das ging: Körper, Bilder und Posen. Ich bin natürlich ziemlich auf die Reaktionen gespannt. – Und ich freue mich auf eine Abschlussparty, die nicht nur die vier Studienbereiche gemeinsam bestreiten (ich habe die Theorie noch nicht genannt) – was ja selten genug vorkommt. Mit einigen der Ausstellenden werde ich dann ab September die Ateliers unseren ersten Master-Studienganges in Fine Arts teilen.

Zur Feier des Tages gibts noch Musik von meiner derzeitigen Discolieblingscombo. Auf betterPropaganda steht mal wieder ein Track zum Herunterladen bereit, den ich mir hierüberhole. Und weil es als Gegenstück so schön trocken ist – lege ich dem Supermayer sein Two of Us nach (wo dem seine Einheit ja ein Zweiheit ist.) Super!

Hercules and Love Affair – Hercule’s Theme (Hercules and Love Affair, 2008) // artists // label :: DFA Supermayer – Two of Us (Save the world, 2007) // artist // label :: Kompakt // betterPropaganda

 hercules-supermayer.jpg

Flyer zur BA-Ausstellung – den ich persönlich so dämlich finde wir nur was. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Omaha-Pop – den gibt’s mit Tilly & the Wall – und das Label hält eine Hörprobe vom neuen Album bereit. Das ist freundlich und macht vor allem gespannt auf den Sommer, Juni – um genau zu sein. Ich hatte mir ja abgewöhnt, diese Töchter Nebraskas in voller Albumlänge zu hören. Jetzt verspricht das Label, diesmal würde es experimenteller zugehen, als auf den ersten beiden Alben. Das lässt aufhorchen. Fürs erste kommt hier eine Ladung Pop um die Ecke, als hätten sie alle gerade eine Fassbrause gezischt, nach einem langen Ritt durch die Wüste. Noch nicht wirklich experimentell. Aber sommerlich. Das kann man ja irgendwie brauchen bei diesem April.

Tilly & the Wall – Cacaphony (O, Release 17. Juni) // Tilly’s Home // label:: Team Love

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Arthur C. Clarke 2004Arthur C. Clarke starb gestern früh im stolzen Alter von 90 Jahren. Für mich war der Autor einer der wichtigsten Schnittstellen zwischen Technologie und Literatur – über 100 Werke verzeichnet sein Œuvre. Als einer der vehementesten Verfechter wissenschaftlichen Fortschrittes gilt er dem Spiegel sogar als Vater der Science Fiction. Das würde ich jetzt nicht unterschreiben, sondern eher Jules Verne für diesen Titel vorschlagen. Dem britische Autor hatten es vor allem die Errungenschaften der Raumfahrt angetan. Sein bekanntestes Werk dürfte die Roman 2001: Odyssee im Weltraum gewesen sein. Er war die Vorlage für Stanley Kubricks gleichnamiges Meisterwerk von 1968.

aus Odyssee im Weltraum

Daneben gehören seine drei Axiome zu den meistzitierten Sätzen aus der Science-Fiction-Literatur. Für mich persönlich ist vor allem das dritte von grösstem Interesse. Immerhin ist es ein bisschen Schuld daran, dass ich jetzt nochmal an der ZHDK Mediale Künste studiere. Ausserdem verbindet es mein Interesse an den Medien und mein Studium der Religionswissenschaften aus meinem ersten akademischen Leben.

  1. „Wenn ein angesehener aber älterer Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.“
  2. „Der einzige Weg, die Grenzen des Möglichen zu finden, ist ein klein wenig über diese hinaus in das Unmögliche vorzustossen.“
  3. „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Siehe mehr zu den Clarkschen Gesetzen bei Wikipedia. (Odyssee-Foto via IMDB)

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