Heute gehe ich hier mal in eigener Sache zu Werke. Ab 18h werden ZHdK-weit die Bachelor-Ausstellungen eröffnet. Eine Woche nach den Diplomanden kommen also die dreijährigen zum Zuge. Natürlich kann man nicht auf allen Hochzeiten tanzen - und deshalb bewerbe ich hier mal ausdrücklich
unsere DMK-Ausstellung. Die Bildenden Künste, Fotografen und Neuen Medien (jetzt Medialen Künste) haben sich zusammengeschlossen und stellen am Sihlquai 125 aus - im ganzen Haus.
Die eigene Abschlussarbeit ist auch dabei. Für die Wiedererkennung stelle ich mal einen Schnappschuss vom Projekt hierher, falls Zürcher hier mitlesen und abends doch vorbeikommen wollen. (noch ein Link von meinem
Heimatinstitut, falls es Schwierigkeiten mit dem Adressefinden gibt.)
Das Projekt ist in der Hauptsache ein 17-minütiges Video. Die Installation wird durch ein Reissbrett vervollständig auf dem 32 kleine Tafeln mit Posen aus Business, Sport, Mode und Politik aufgehängt sind. - Das Thema kommt aus einem praxisorientierten Seminar, in dem es in den letzten vier Monaten um genau das ging: Körper, Bilder und Posen.
Ich bin natürlich ziemlich auf die Reaktionen gespannt. - Und ich freue mich auf eine Abschlussparty, die nicht nur die vier Studienbereiche gemeinsam bestreiten (ich habe die Theorie noch nicht genannt) - was ja selten genug vorkommt. Mit einigen der Ausstellenden werde ich dann ab September die Ateliers unseren ersten Master-Studienganges in Fine Arts teilen.
Zur Feier des Tages gibts noch Musik von meiner derzeitigen Discolieblingscombo. Auf
betterPropaganda steht mal wieder ein Track zum Herunterladen bereit, den ich mir hierüberhole. Und weil es als Gegenstück so schön trocken ist - lege ich dem Supermayer sein Two of Us nach (wo dem seine Einheit ja ein Zweiheit ist.) Super!
Manchmal machen Postboten besonders glücklich. Dabei sah das heute gar nicht so aus. Das erste Couvert war die Mahnung für die anstehenede Steuererklärung. Bäh! Aber Brief Nummer zwei - der war es dann. Die Nachricht der Zürcher Hochschule der Künste, dass meiner
Masterbewerbung die Aufnahme folgt. Ab September gibt es dann Kunstausbildung Teil 2. - Ich bin sehr glücklich.
Offizieller Titel der Ausbildung: Master of Arts in Fine Arts - klingt irgendwie etwas umständlich. Sei’s drum. Das fühlt sich an wie eine grosse Belohnung. Nicht wegen der eingereichten Arbeiten, vielmehr wegen der Ausbildung vorher. Da musste man ja doch den einen oder anderen Widerspruch seitens Lehrpersonal aushalten und “konstruktiv” umsetzen. Jetzt - so kommt es mir vor - jetzt kann ich so richtig ran an den Speck. Aufs eigene Gaspedal treten sozusagen. - Und eben darauf freue ich mehr recht ungezügelt. Zur Feier des Tages machen mirThe Kills den nicht 100%-passenden Kommentar.
Ist ja immer etwas aufreibender als der sonstige Alltag, wenn man eine Bewerbung für den nächsten Studiengang abgibt. So geschehen am Freitag für den Master in Fine Arts an der
Zürcher Hochschule der Künste. - In diesem schwarzen flachen Ding - selbstgebaut, da kenn ich nix - befindet sich eigentlich gar nichts dramatisches. Eine simple CD.
Allerding - musste ich doch kurz vor Schluss noch die kleine Hürde Offline-Version eines PHP- und scriptlastigen Portfolios nehmen. War eine mittlere Katastrophenüberraschung, was ich 3 Stunden vor Abgabetermin auf der Homepage las - dabei wollte ich eigentlich nur nachschlagen, wohin genau ich meine Webadresse schicken müsste. Denkste Webadresse: CD oder DVD oder ne Mappe wie aus dem richtigen Leben. Also noch googlen, Site herunterladen - scriptfähig brennen, versteht sich usw. - Eben noch eine kleine Aufregung, weil ich mal wieder nicht rechtzeitig genau genug gelesen hatte. <G>
Im letzten Semester machte uns
Peter Radelfinger auf Armand Schulthess (19.1.1901 Neuchâtel - 29.9.1972 Auressio) aufmerksam. (Darauf hatte ich schon
hingewiesen.) Danach hatte ich mal rumgefragt, wer den kennt. Aus meinem Bekanntenkreis konnte sich mal einer ein ‘Ähm, schon mal gehört - aber grad fällt mir der Zusammenhang nicht ein’ abringen. Leider ist das so. Denn was der Mann geschaffen ist, ist sowohl künstlerisch als auch medientheoretisch spannend. Die häufigsten Stichworte sind vielleicht Einsiedler und Sonderling. (Ich habe leider kein Foto von dem Manne finden können. Hätte mich interessiert, wie er ausgesehen hat.)
Man könnte ihn als Aussteiger bezeichnen. Da wird der Mann 50 und sagt seinem Beamtenberufsstand Adieu und kauft sich ein Waldgrundstück im Tessin. Richtet sich ein und kapselt sich ab, um “einen völlig neuen Lebensabschnitt zu beginnen”. So weit, so gut. Nach und nach kaufte er angrenzende Grundstücke dazu und wozu? Um ein riesiges Areal assoziativer Objekte miteinander zu verknüpfen. Sein Grundstück wird eine in Objekten angelegte Enzyklopädie. Es ging ihm um nicht weniger, als das (sein) Wissen der Welt zusammenzulegen. An Bäumen befestigte er die beschrifteten Deckel von Konservendosen (wie im Bild unten zu sehen). Sein Haus wird eine Bibliothek mit vollständig von ihm angelegten Bänden zusammengetragenen Wissens. Er malte nicht, sondern schrieb aus Zeitungen ab, was ihn interessierte und fügte diese Ausschnitte neu zusammen. Er klassifizierte, was er fand und klebte es in Bücher oder hängte es in die Bäume seines Grundstückes. Auf diese Weise entstanden ein nach Themen geordneter Park, der ein irrsinniger Fundus an zeitgenössischem, vor allem medialem Status Quo hätte werden können.
Yes! Habe eben einen überaus klugen Beitrag von
Inke Arns gelesen, die der heftigen Diskussion um Medienkunst - gibt es sie, gibt es sie nicht - ein würdiges, fast Schlusswort - gegeben hat. Der ganze Diskurs wurde ja im Januar von Stefan Heidenreich mit dem provozierenden Titel “Medienkunst gibt es nicht”auf Rohrpost gehpostet. Zum
Original.
Und um hier hier gleich zuzugeben, hat sie meine eigenen Zweifel recht ordentlich zerstreuen können. Sagt man dann, es spräche einem jemand aus der Seele <G>. - Jedenfalls kommt der hier der
Link zum Rohrpost-Beitrag. - Und die Beispiele, die sie angeführt hat, werde ich mir nochmalsrichtig genau ansehen.
Gemäss meiner Auseinandersetzung mit Licht als Medium (siehe die bedeutsamen
Aussagen von McLuhan) liegt es nahe, mal in den Annalen der Kunst zu stöbern, um Künstler bzw. Kunstwerke um und mit Licht herauszufiltern. Ein erstes Überschlagen hat mir gezeigt: da ist endlos schon produziert worden. - Erstaunlich.
Ein sehr früher und prominenter Vertreter ist der Ungar Moholy-Nagy, der vom Bauhaus des Martin Gropius inspiriert war(und sowohl in Weimar als auch in Dessau wirkte). 1937 gründete er das
New Bauhaus in Chicago. Nach dessen Schliessung 1938 baute er seine eigene Kunstausbildungsstätte auf - das heute einflussreiche
Institute of Design (ID)
Bereits 1922 prophezeite Moholy-Nagy in einem Manifest, dass das Licht (elektrisches Licht) eine völlig neuartige Kunst hervorbringen werde. Sein bekanntestes Werk steht in der Sammlung des Busch-Reisinger Museum der Havard University. Der Licht-Raum-Modulator ist ein Komplex von Lichtröhren und Glühlampen, der sich langsam drehte, vor sich hin summte und klickte. Drumherum waren farbige - via Zeitgeber ausgelöste Lichter angeordnet.
Die Lichtsäule dreht sich langsam, während 70 Glühbirnen zu je 15 Watt ein einem Zweieinhalb-Minuten-Zyklus die Skulptur an- oder durch sie hindurchblitzen. 1970 wurde die Arbeit von dem MIT-Ingenier Woodie Flowers in Zusammenarbeit mit dem Kritiker Nan Piene und Sibyl Moholy-Nagy, der Witwe des Künstlers rekonstruiert. (aus Douglas Davis, Vom Experiment zur Idee, DuMont 1975, S. 31)
Lázló Moholy-Nagy, Lichtrequisit einer elektrischen Bühne, 1930. Siehe Moholy-Nagy mit dem Lichtmodulator im
Medienkunstnetz;
Biografie bei
Wikipedia