Archive for kunst
30. Juli, 2008 um 13:35 ·
Kategorien: kunst, musik, neuerscheinung ·
Autor: Renée Schauecker ·
Eines meiner Lieblingslabels (muss so sein, ich habe mehr als 12 Alben von denen) wartet im August mit neuem Material auf. Constellation aus Kanada bringt für gewöhnlich sehr Prog-Rockiges heraus. Mit Goodspeed You! Black Emperor, Silver Mt Zion, Do Make Say Think, Polmo Polpo oder Fly PAN AM stehen die Eckdaten ziemlich deutlich schon da. Jetzt hat sich recht Kunstvolles dazugetan - nicht zum ersten Mal. Es sei an Elizabeth Anka Vajagic und Hrsta erinnert.
Schade, wohne ich nicht in der Nähe von Seattle, denn dort gibt es in der ersten Septemberwoche einen multi-media cultureclash - wie es auf der Labelseite heisst. Kann ich mir nix drunter vorstellen, aber so wie die Band klingt, dürfte das ein Spektakel werden. Danach geht die Band auf Tour. Nordamerika. Und danach Europa. Da heisst es aufpassen, Freunde des gehobenen Musikgeschmacks.
Für Zweifler weise ich auf ein Mixtape hin, dass in den nächsten Wochen gratis feilgeboten wird. Mit alternativen Versionen ihres Albums. Einstweilen darf geneigter Fan schon mal ein feines Stück der Platte haben. Grossartig!
The Dead Science - Throne of Blood (Villainaire, 2008) //
artists // label ::
Constellation (Übrigens: in Europa kommt das Teil geschätzte 7 Tage vor dem Rest der Welt raus.)

Tags: The Dead Science, Villainaire, mp3, musik, neuerscheinung
Permalink
30. Juli, 2008 um 09:01 ·
Kategorien: ausstellungen, kunst ·
Autor: Renée Schauecker ·
Der nächste Besuch in der alten Heimat steht an. Und glücklich finde ich rechtzeitig Ankündigungen für die künstlerische Bildung. Zum Beispiel diese für die Galerie
Spesshardt & Klein. Dort hat sich Peter Lang dem Thema unterwegs in/mit Waffen gewidmet; genauer gesagt dem Kugelfang. Das sieht alles sehr interessant aus, zumal ohne Zweifel allein das Thema schon eine Reise wert wäre. 17 Beiträge hat die Galerie zusammengetragen von:
Roland Boden, Martin Dammann, Roland Fuhrmann, Christine de la Garenne, Moritz Götze, Herman van Ingelgem, Chrstinane Klatt, Alicja Kwade, Via Landowsky, Serkan Özkaya, Jenny Rosemeyer, Philip Topolovac, Kris Vleeschouwer, Jorine Voigt, Eva-Maria Wilde, Markus Wirthmann, Ralf Ziervogel.

Kugelfang vom 19. Juli – 30. August 2008 Rudi-Dutschke-Str. 18, 10969 Berlin
Was es epistemologisch mit dem Kugelfang auf sich hat, kann im Einleitungstext zur Ausstellung nachgelesen werden.
Gefunden im
Therotischen-Hilfs-Werk.
Tags: Kunst, Ausstellung, Berlin, Kugelfang
Permalink
4. Juli, 2008 um 08:56 ·
Kategorien: kunst, meldungen ·
Autor: bhlogiston ·
So würde man dieses leidige Kapitel der Urheberrechte und deren Verletzungen im Zeitalter von Internet & Co. gern benennen. Heute las ich im
Kunst-Blog.com vom nächsten Kapitel in Sachen widerrechtlich verwendeten Bildmaterials in Blogs - das eigentlich nicht die Spur einer Urheberrechtsverletzung hat. Ein Bild abzubilden, als Bebilderung eines Berichtes, der mit jenem Bild in Zusammenhang steht - zum Beispiel der Bericht über eine Ausstellung, Galerie etc. - kommt doch nach meinem gesunden Menschenverstand nicht einer Urheberrechtsverletzungt gleich. Ich meine nicht nach aktuellem Recht - sondern nach common sense.
Was im aktuellen Fall zusätzlich seltsam ist, ist die Fristenlösung - auf die sich der Kunst-Blog und die VG Bildkunst geeinigt haben. Es wird erlaubt, für eine befristeten Zeitraum - Berichterstattung - Bildmaterial über Künstler/Werke zu verwenden. Dann muss das Zeug runter vom Netz. - Wie darf man das verstehen: als die Erlaubnis einer zeitlich befristeten Rechtsverletzung - oder als das aberwitzige Beharren auf Entfernung, die keinen Sinn macht, weil ja eben das Netz im Gegensatz zum Printprodukt (Zeitung) kein in dem Sinne funktionierendes Verfallsdatum hat. Die Entfernung aus dem Netz macht noch weniger Sinn als die kostenpflichtige Nutzung eines Archives für Printprodukte.
Ich verstehe diese Leute nicht, die nicht verstehen, dass sich die Dinge ändern - und es neuer Konzepte braucht, als immer und immer wieder auf die Anwendung jener Gesetze zu bestehen, die den technischen Entwicklungen nicht mehr gerecht werden können. Mit produktiven Kompromissen oder progressiven Konzepten hat das alles schon gar nichts mehr zu tun.
Tags: urheberrecht, autorenschaft, nutzung, copyright
Permalink
3. Juli, 2008 um 10:56 ·
Kategorien: europa, fotografie, kunst, sammeln ·
Autor: Renée Schauecker ·
Er ist einer der bekanntesten Nachkriegskünstler Frankreichs, Christian Boltanski - geb. 1944 in Paris. Eines der Zentren, um die seine künstlerische Auseinandersetzung kreist, ist Vergangenheit/Kindheit und ihre Bewältigung. In vielen Arbeiten Boltanskis verarbeitet er Artefakte der eigenen Biografie - zum Beispiel kleine, beschriftete Biskuitschachteln und Säckchen mit Haaren und einem Foto der Schwester. Filme entstehen, die so wunderliche Titel haben wie:
Das unmögliche Leben des Christian Boltanski (1968),
Der Mann, der hustet (1968)
Der Mann, der leckt (1969)
Wie können wir ihn ertragen? (1969).
Nachforschung nach all dem und der Präsentation all dessen, was aus meiner Kindheit (1944-1950) übriggeblieben ist (1969)
Rekonstituierung eines Unfalls, der mir noch nicht zugestossen ist, aber in dem ich den Tod gefunden habe (1969).
Bei der Leidenschaft fürs Vergangene könnte einem wahrscheinlich schnell die Sammelleidenschaft plagen. Vor dieser Gefahr scheint auch ein Boltanski nicht gefeit gewesen zu sein. Ein Befreiungsschlag muss das 1973 gewesen sein. Alle Dinge, an denen er hing, hat er an Unbekannte versteigert. Hut ab - muss er sich doch gleichzeitig all jener Dinge entledigt haben, die ihm als Grundlage für seine Kunst dienten. Mir jedenfalls ist das eine ehrfürchtige Verbeugung wert - ich würde diese grosse Geste gern auch in meiner Wohnung durchführen. <G>
Sein späteres Werk nutzt für diese Auseinandersetzungen ausgiebig das Medium Fotografie. Auch hier beweisst der Mann feinen bis abgründigen Humor bei der Wahl der Titel für seine Arbeiten:
Die 62 Mitglieder des Mickey Clubs von 1955
Die Kleider des Français C
Tote zum Lachen - zum Totlachen
Ab 1976 werden die fotografischen Bilder grossformatig - Foto- und Wandkompositionen heissen sie ab dann und füllen tatsächlich Wände. Sie sind Inszenierungen, Dramaturgien mit Licht. Lämpchengirlanden werden als Dekor eingesetzt. Endpunkt dieser Entwicklung von Environments sind seine Schattenspiele - motorgetriebene, rotierende Werke.
1990 kam zur Arbeit Les Suisses morts bzw. die Toten Schweizer.
Viel zu lange habe ich nur mit Fotos toter Juden gearbeitet. Dabei ist doch ein toter Jude Selbstverständlichkeit. Der Tod und der Jude verstehen sich zu gut. Wer dagegen kann sich vorstellen, dass auch Schweizer sterblich sind? Schweizer sind so normal. Es gibt wirklich keinen Grund, warum gerade sie sterben müssen. Tote Schweizer wirken so viel schrecklicher auf uns. Weil sie wie wir sind. (Boltanski)
Tod - nicht das Sterben - ist ein anderer Angelpunkt, der vor allem in seinem Spätwerk grosse Aufmerksamkeit findet. Eben auch im Les Suisses morts. Auf Biskuitschachteln (schon wieder) werden die Porträts verstorbener Schweizer geklebt - ihren zweiten Tod finden sie an der Wand einer Ausstellung bzw. Museums - als vorgestelltes Massengrab - stellvertretend für alle jene, die ohne Schrecken sterben und deren Tod nach Boltanski für uns umso schrecklicher ist. Die Angst vor dem Tod - eine konsequent umgesetzte Spurensicherung* - scheint ein reichhaltiges Motiv für Christian Boltanski.


Quelle:
daylife.com
1991 vollendete Boltansky Reserve of the German Family - auch hier wieder ist das Thema die persönliche und die kollektive Erinnernung. Die überlebensgrossen Kartons stellen sich als hundsgemeine Keksdosen (!) heraus. Das Alltägliche einer solchen Keksdose korreliert deutlich mit dem Aufgeladenen von Erinnern und Vergessen. - Bemerkenswert ist da dabei, das solche Dosen so gern als Aufbewahrungsort für Fundstücke des eigenen Lebens herhalten müssen.

Quelle:
Virtuelles Museum Moderne (NRW)
Eine neuere Arbeit, die mir sehr gut gefällt ist Time, Zeit von 2001. Auf der einen ist das Foto eines Kindes zu sehen, auf der anderen als Erwachsener.

Eine recht übersichtliche Biografie, die für diese Zusammenfassung Grundlage war, gibt es bei
g26.ch
Christian Boltanski bei Wikipedia
Ein
Videodokumentation (52 min, englisch) über sein Arbeiten und Wirken (gefunden via
Anna Keck)
* Der Begriff der Spurensicherung - Bezeichnung für eine Kunstrichtung, bei der der Künstler durch Sammeln realer oder fiktiver Relikte der Vergangenheit realistische Zusammenhänge oder fiktive Welten nach seiner subjektiven Erfahrung konstruiert. sh. bei
wissen.de
Tags: Kindheit, Rekonstruktion, Vergangenheit, Christian Boltansky, Tod, Spurensicherung, kunst
Permalink
2. Juli, 2008 um 12:46 ·
Kategorien: amerika, europa, kunst ·
Autor: Renée Schauecker ·
Man ist ja nicht immer ihrer Meinung - manchmal finde ich ihre Beiträge schwer nachvollziehbar. Aber gut gibt es sie. Fand auch
W. H. Auden*, der das in The Dryer’s Hand (1963) schön zusammenfasste:
Was ist die Funktion eines Kritikers?
- Introduce me to authors or works of which I was hitherto unaware.
- Convince me that I have undervalued an author or a work because I had not read them carefully enough.
- Show me relations between works of different ages and cultures which I could never have seen for myself because I do not know enough and never shall.
- Give a “reading” of a work which increases my understanding of it.
- Throw light upon the process of artistic “Making.”
- Throw light upon the relation of art to life, to science, economics, ethics, religion, etc.
*Auden ist bei uns wohl weniger wegen seiner literarischen Werke bekannt - viel eher als jener Mann, der Erika Mann heiratete, um ihr zu einem englischen Reisepass zu verhelfen. Auden verfasste über 400 Gedichte und 400 Essays, ferner Theaterstücke und Opernlibretti.
via
That’s Negative
Tags: kunst, kunstkritik, W.H.Auden
Permalink
24. Juni, 2008 um 23:33 ·
Kategorien: fotografie, kultur, kunst, musik, urban ·
Autor: Renée Schauecker ·
Da fand ich heute eine nette Überraschung fürs Auge. Die Graffiti von
Paul The Wine Guy werfen die Ions unserer 1-0-Maschinen ins richtige Leben (na ja - fast!). Unter
IT everywhere hat Paul the Win Guy seine Ideen für Wandmalereien zusammengetragen. Ich hätte gern so eines in meiner Strasse. Dann gäbe es immer was zum Schmunzeln, wenn ich das Haus verlasse oder nach verrichtetem Tagwerk nach Hause schlurfe. Schön wär das. Zum Beispiel eines von diesen dreien hier:



<
via rebel:art>
Schöne Idee. Schön ist auch dieses Liedgut, dass ich dem Beitrag heute folgen lasse. Einmal aus einem Top 5 Alben 2007. Seit Begriffe wie Rumpelfussball in dieser sportergebenen Medienwelt eingesetzt werden, müsste man schon lange Rumpel-Leadsänger zum Lieblingsbarden sagen dürfen.
Anschliessend bin ich doch glatt über eine Kombo von anno 2004 gestossen, die mir fast entfallen wäre: Macha. Und weil 2004 musikalisch so schön war, lege ich noch Electrelane nach. Ihr Zweitling hatte mich richtig überrascht. Danach wurde es wieder progriger, was durchaus seine Berechtigung hat. Allein es fehlte Bell diese entspannte Unbedarftheit - die Leichtigkeit war irgendwie wech.
Von Sudenfed - Slow Down Ronnie (Tromatic Reflexxions, 2007) //
myspace // label ::
Domino Records // es sei an das grossartige Video von Feldermaus erinnert (
youtube)
Macha - Smash And Grab (Forget Tomorrow, 2004) // via betterpropadanda
Electrelane - On Parade (The Power Out, 2004) //
homebase - hier erlauben es die Künstlerinnen, alle Alben anzuhören. (Dringende Empfehlung an alle, an denen die Band bisher irgendwie vorbeigehuscht ist. // via
betterPropaganda
Tags: mp3, musik, graffiti, von Sudenfed, Macha, Electrelane, memories
Permalink
ältere Beiträge »