Schön, wenn einem manchmal die Wörter und ihr Gemeintes auf neue Weise anspringt. Das ist dann lustig, erfrischend, interssant – fast immer erhellend. So in meinem letzten Fall, dem Kulturbeutel. Was ist das für ein Wort für das, was es fasst? Wahrscheinlich kann man sich ein ganzes neues Haus über diese Bedeutungen zusammenbauen. Ich belasse es mal bei einer Skizze. So ein durchschnittlicher, deutscher Kulturbeutel (denn in der Schweiz zum Beispiel heisst das Teil nicht so) – der enthält mindestens:

  • Dinge für die tägliche Mund- und Zahnhygiene und regelmässigen Reinigung der Ohren,
  • frischefördernde Pflegemittel für die Haut,
  • Werkzeuge für eine erkennbare Strukturierung des Haupthaares,
  • Hilfsmittel zur Beseitigung nicht mehr benötigter Körperbehaarung,
  • Instrumente für die Beschneidung der Nagelplatten auf zivilisatorisches Niveau,
  • Utensilien für eine effektive Gesichtsbemalung,
  • Lösungsmittel für die Neutralisierung der körpereigenen Duftstoffe und
  • Ersatzmittel für die körpereigenen Duftstoffe

Was Kulturförderndes vergessen? Jedenfalls wird mir das Teilchen als vielversprechendes neues Objekt künstlerischen Ausdrucks zur Vorlage dienen.

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Was macht eine Schulleitung (z. B. einer Kunsthochschule), wenn da ein Professor nicht so will wie es gut für die Schule wäre? – Wenn es um bauchpinselnde Prestigeprojekte geht und der quergängige Lehrer sowieso und immer wieder unangenehm auffällt? Widersprüche stehen zu lassen und andere Meinungen aushalten, scheint die Stärke der Zürcher Hochschule der Künste nicht zu sein. Dafür gehen Verweise wohl leichter von der Hand. Und wenn Verweise in der Regel nachhaltige Disziplinierung anstreben, dann wird gleich noch die Leitungstätigkeit mit aufgehoben. – Das kann man deutlich nennen. Demokratisch ist das nicht. Anständig auch nicht. Aber anständig müssen Schulleitungen ja auch nicht sein. Wirtschaftlich und erfolgreich schon eher. Und für diese Sache braucht es weniger in kritischem Geist geschulte Kunststudentinnen und -studenten, denn einen schönen Prunkbau. Für den es dann gilt, die finanziellen Mittel auf jede erdenkliche Weise locker zu machen. Locker machen zu lassen. Beim Kantonsrat nämlich – und da passt es seinerzeit (letzten September) nicht ins Kalkül, wenn da ein von der Rolle gekommener Querulant seine Widerspruchsmöglichkeiten auslotet. Innerhalb eines demokratischen Diskurses – versteht sich. Doch so eine notwehr-begründete Abwehrreaktion der Schule darf sich dann schon mal neben dem Rahmen bewegen. Weil wo kommen wir dahin, wenn Lehrpersonal seine verbrieften Rechte auch in Anspruch nimmt. Eben. Da kommen wir zu einer Meinung, die einem den schönen Abgang aus dem Lebenswerk vermiesen könnte. Da sei Gott vor.

«Es geht nicht mehr um die Verlegung der Kunsthochschule ins Toniareal, sondern um demokratische Grundrechte»: Hochschulprofessor Thomas Müllenbach. Bild: Keystone

«Es geht nicht mehr um die Verlegung der Kunsthochschule ins Toniareal, sondern um demokratische Grundrechte»: Hochschulprofessor Thomas Müllenbach. Bild: Keystone
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In sieben verschiedenen Ländern suchte Joakim Eskilden Roma auf – Ungarn, Indien, Griechenland, Rumänien, Frankreich, Russland und Finnland. Dabei sind ihm sehr atmosphärische Porträts gelungen. Die Distanz bleibt – seltsame Fremdheit. Wie eine Wiederholung aller schon besagten (und besungenen Klischees) – bleibt wenigstens eine ästhetische Annäherung, die nichts versucht. Empfehlenswert auch die beiden Fotoserien iChickenMoon und Bluetide auf seiner Homepage.

Saintes-Maries-de-la-Mer I Laulukallelaiset, Hila (Finnland)

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Da fand ich heute eine nette Überraschung fürs Auge. Die Graffiti von Paul The Wine Guy werfen die Ions unserer 1-0-Maschinen ins richtige Leben (na ja – fast!). Unter IT everywhere hat Paul the Win Guy seine Ideen für Wandmalereien zusammengetragen. Ich hätte gern so eines in meiner Strasse. Dann gäbe es immer was zum Schmunzeln, wenn ich das Haus verlasse oder nach verrichtetem Tagwerk nach Hause schlurfe. Schön wär das. Zum Beispiel eines von diesen dreien hier:

IT graffiti von Paul the Win Guy IT graffiti von Paul the Win Guy IT graffiti von Paul the Win Guy <via rebel:art>

Schöne Idee. Schön ist auch dieses Liedgut, dass ich dem Beitrag heute folgen lasse. Einmal aus einem Top 5 Alben 2007. Seit Begriffe wie Rumpelfussball in dieser sportergebenen Medienwelt eingesetzt werden, müsste man schon lange Rumpel-Leadsänger zum Lieblingsbarden sagen dürfen. Anschliessend bin ich doch glatt über eine Kombo von anno 2004 gestossen, die mir fast entfallen wäre: Macha. Und weil 2004 musikalisch so schön war, lege ich noch Electrelane nach. Ihr Zweitling hatte mich richtig überrascht. Danach wurde es wieder progriger, was durchaus seine Berechtigung hat. Allein es fehlte Bell diese entspannte Unbedarftheit – die Leichtigkeit war irgendwie wech.

Von Sudenfed – Slow Down Ronnie (Tromatic Reflexxions, 2007) // myspace // label ::Domino Records // es sei an das grossartige Video von Feldermaus erinnert (youtube) Macha – Smash And Grab (Forget Tomorrow, 2004) // via betterpropadanda Electrelane – On Parade (The Power Out, 2004) // homebase – hier erlauben es die Künstlerinnen, alle Alben anzuhören. (Dringende Empfehlung an alle, an denen die Band bisher irgendwie vorbeigehuscht ist. // via betterPropaganda

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Disco kommt ja seit einigen Platten wieder – ich hatte das Thema ja schon. Für den Fall dass Mutti mal wieder mit in den Club will – weil die Musik kennt sie ja, können die Gedächtnislücken unterhaltsam geschlossen werden. – Ich habe mich köstlich amüsiert.

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