Im Master of Art in Fine Arts hier in Zürich eröffnet am kommenden Mittwoch ein kleines Kunstprojekt seine Pforten. Innerhalb der Ausbildungsräume des Master haben einige Studentinnen und Studenten einen Raum in ein Hotel umfunktioniert. Damit soll vor allem weniger betuchten, kunstinteressierten Besucherinnen und Besuchern der Stadt eine Unterkunft ermöglicht werden.

Zur Eröffnung des gibt es natürlich eine (kleine) aber feine Party und in Zürich weilende kann ich nur empfehlen, bei uns vorbeizukommen.

Hotel Happy Love ist ein Kunstprojekt von Adrian Germann, Julia Sheppard, Marco N. Heinzen, Marie-Luise Lange in Kooperation mit Monya Pletsch, Riikka Tauriainen, Renée Schauecker, Kathrin Kilchherr & Salomé Gollie

Eingang die Bar Einblick in die Suite Fotos sind aus der Zeit des Hotelaufbaus.

Das Opening geht um 20h los und ist in der Förrlibuckstr. 62 (Swisscom-Gebäude). Hier noch der Flyer für die Vernissage (pdf, 270kb) mit dem Einladungstext.

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Luc TuymansGestern hatte ich mal wieder versucht, eine institutionelle Konferenz mit Thema Kunst zu besuchen. Das Schaulager in Basel hatte geladen, sich mit dem Grund – als Feld des Sichtbaren  auseinanderzusetzen. Die internationale Tagung von eikones NFS Bildkritik – las sich zunächst recht interessant – und der erste Referent, Prof. Gottfried Boehm aus Basel versprach eine hochkarätige philosophische Veranstaltung mit seinem “Der Grund und die Gründe”.

Auf dem Grund stehen wir, er trägt uns. Wenn wir einen Grund angeben sollen, meinen wir eine kausale Bestimmung und sprechen vom Begründen. Aber auch bei Bildern können wir einen Grund benennen. – Die Beschäftigung mit dem Grund war lange Zeit von den einflussreichen Theoremen der Gestaltpsychologie beherrscht. (…)

Doch im Laufe der folgenden zwei Vorträge machte sich in mir gähnende Langeweile breit und Erstaunen. Erstaunen darüber, wie verknarzt, verknattert und jenseitig sich kunsthistorische Dispute gestalten, wenn sie mehr wollen, als mal eben Interpretationen an alten Bildern vorzunehmen. – Künftig wird mir das eine Warnung sein und werde um Veranstaltungen einen möglichst grossen Bogen machen, die sich anschicken, das philosophische Gründeln über Bilder in der Kunst zum Programm zu machen.

Einziger Licht- und Ausblick der Veranstaltung, die noch heute und morgen weitergeht, von der ich mich zumindest für heute empfehle, war der letzte Vortrag. Praxisorientiert, wie ja Kunsthistoriker sind, kam ein Künstler zu Wort. In dem Fall Luc Tymans, von dem ich (zu meiner Schande gestehend) bis dahin nichts wusste. Inzwischen ist er meinem Facebook-Fantum beigefügt worden. Eine ausführliche Beschäftigung mit seinen Werken wird folgen. Denn nicht nur war der gute Mann erfrischend anders – als die akademischen Hohepriester von Bedeutung, Grund, Feld, Topografie und dergleichen. Er war inhaltlich extrem spannend und vieles, was ihn umtreibt, beschäftigt auch mich. Zusätzlich kommen mir seine ästhetischen Umsetzungen bei konkreten Anliegen sehr vertraut vor. – Ich bin gespannt – und werde versuchen, ihn zu uns in den Master einzuladen.

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Was macht eine Schulleitung (z. B. einer Kunsthochschule), wenn da ein Professor nicht so will wie es gut für die Schule wäre? – Wenn es um bauchpinselnde Prestigeprojekte geht und der quergängige Lehrer sowieso und immer wieder unangenehm auffällt? Widersprüche stehen zu lassen und andere Meinungen aushalten, scheint die Stärke der Zürcher Hochschule der Künste nicht zu sein. Dafür gehen Verweise wohl leichter von der Hand. Und wenn Verweise in der Regel nachhaltige Disziplinierung anstreben, dann wird gleich noch die Leitungstätigkeit mit aufgehoben. – Das kann man deutlich nennen. Demokratisch ist das nicht. Anständig auch nicht. Aber anständig müssen Schulleitungen ja auch nicht sein. Wirtschaftlich und erfolgreich schon eher. Und für diese Sache braucht es weniger in kritischem Geist geschulte Kunststudentinnen und -studenten, denn einen schönen Prunkbau. Für den es dann gilt, die finanziellen Mittel auf jede erdenkliche Weise locker zu machen. Locker machen zu lassen. Beim Kantonsrat nämlich – und da passt es seinerzeit (letzten September) nicht ins Kalkül, wenn da ein von der Rolle gekommener Querulant seine Widerspruchsmöglichkeiten auslotet. Innerhalb eines demokratischen Diskurses – versteht sich. Doch so eine notwehr-begründete Abwehrreaktion der Schule darf sich dann schon mal neben dem Rahmen bewegen. Weil wo kommen wir dahin, wenn Lehrpersonal seine verbrieften Rechte auch in Anspruch nimmt. Eben. Da kommen wir zu einer Meinung, die einem den schönen Abgang aus dem Lebenswerk vermiesen könnte. Da sei Gott vor.

«Es geht nicht mehr um die Verlegung der Kunsthochschule ins Toniareal, sondern um demokratische Grundrechte»: Hochschulprofessor Thomas Müllenbach. Bild: Keystone

«Es geht nicht mehr um die Verlegung der Kunsthochschule ins Toniareal, sondern um demokratische Grundrechte»: Hochschulprofessor Thomas Müllenbach. Bild: Keystone
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