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Archive for ausstellungen

Kunst im 24-Stundentakt

Als Sommercamp bezeichnet die Galerie Haas&Fischer jene Gelegenheit, bei der 10 Studierende der ZHdK an 10 Tagen ihre Arbeiten präsentieren. Für einen Tag. Jeweils – genauer vom 8. bis 12. und vom 15. bis 19. Juli.
Eröffnet hat gestern Navid Sadrossadat, ein Meisterkommilitione mit Arbeiten, die sich auf seinen Besuch im Irak bezogen – ist aber eh schon vorbei. Ich werde sicherlich nicht jeden Abend in der Galerie verbringen. Soviel zu der Sache mit der Gelegenheit. Ob es eine gute ist, bezweifle ich. Klingt so zwischen Fill-the-Sommerpause und Mach-mir-ein-tolles-Saure-Gurkenzeit-Marketing. Oder schöner gesagt: den Fluss des Erzählens nicht versiegen lassen und immer schön im kommunikativen Umlauf bleiben, selbst wenn das Kreativwirtschaftsunternehmen in den Ferien ist. Tolle Sache das!

Bleibt die Frage, was hat sich die Galerie nur bei diesem Flyer gedacht. Da fällt mir rein gar nichs zu ein. Ausser: unfassbar blöd.

Flyer Sommercamp Haas&Fischer 2009

Haas&Fischer, Sihlhallenstrasse 19, Zürich, von 18-23h

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Das Museum ruft

Elisabeth Steinschneider presents: (Flyer vorn)

Ankündigungen in eigener Sache sind immer ein bisschen ambivalent. Andererseits – so ein Blog in eigener Sache ist ja wie gemacht, eigene Veranstaltungen zu bewerben. – Und dann denke ich, mit wem spreche ich hier eigentich?

Jedenfalls gibt es eine erste Gruppenausstellung anzukündigen, an der ich also teilhabe. Das Kunstmuseum in Bern hat für zwei Wochen freundlicherweise seine Pforte geöffnet – für eine 12köpfige Schar Masteraspiranten.

Mein Thema – wie könnte es anders sein, wenn schon mal die Räume eines Museums zur Verfügung stehen – Institutionen bzw. Institutionskritik. Ich habe die Ehre, zur Eröffnung – neudeutsch Vernissage – mit einer Performance aufzuwarten. Näheres dann am Tag danach. Ansonsten gibt es hier noch ein zweiten Blick auf den Flyer.

Ausstellungsfyer hinten

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Kunstaktion – Hotel Happy Love

Im Master of Art in Fine Arts hier in Zürich eröffnet am kommenden Mittwoch ein kleines Kunstprojekt seine Pforten. Innerhalb der Ausbildungsräume des Master haben einige Studentinnen und Studenten einen Raum in ein Hotel umfunktioniert. Damit soll vor allem weniger betuchten, kunstinteressierten Besucherinnen und Besuchern der Stadt eine Unterkunft ermöglicht werden.

Zur Eröffnung des gibt es natürlich eine (kleine) aber feine Party und in Zürich weilende kann ich nur empfehlen, bei uns vorbeizukommen.

Hotel Happy Love ist ein Kunstprojekt von Adrian Germann, Julia Sheppard, Marco N. Heinzen, Marie-Luise Lange in Kooperation mit Monya Pletsch, Riikka Tauriainen, Renée Schauecker, Kathrin Kilchherr & Salomé Gollie

Eingang
die Bar

Einblick in die Suite
Fotos sind aus der Zeit des Hotelaufbaus.

Das Opening geht um 20h los und ist in der Förrlibuckstr. 62 (Swisscom-Gebäude).
Hier noch der Flyer für die Vernissage (pdf, 270kb) mit dem Einladungstext.

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Jagdsaison in Berlin

Der nächste Besuch in der alten Heimat steht an. Und glücklich finde ich rechtzeitig Ankündigungen für die künstlerische Bildung. Zum Beispiel diese für die Galerie Spesshardt & Klein. Dort hat sich Peter Lang dem Thema unterwegs in/mit Waffen gewidmet; genauer gesagt dem Kugelfang. Das sieht alles sehr interessant aus, zumal ohne Zweifel allein das Thema schon eine Reise wert wäre. 17 Beiträge hat die Galerie zusammengetragen von:
Roland Boden, Martin Dammann, Roland Fuhrmann, Christine de la Garenne, Moritz Götze, Herman van Ingelgem, Chrstinane Klatt, Alicja Kwade, Via Landowsky, Serkan Özkaya, Jenny Rosemeyer, Philip Topolovac, Kris Vleeschouwer, Jorine Voigt, Eva-Maria Wilde, Markus Wirthmann, Ralf Ziervogel.

Abbildung Flyer

Kugelfang vom 19. Juli – 30. August 2008 Rudi-Dutschke-Str. 18, 10969 Berlin

Was es epistemologisch mit dem Kugelfang auf sich hat, kann im Einleitungstext zur Ausstellung nachgelesen werden.
Gefunden im Therotischen-Hilfs-Werk.

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Von der Kunst, eine Liste zu betreiben (Teil 2)

Neben den im ersten Teil genannten Arbeiten haben mir noch vier weitere Künstler ausreichend Interesse entlocken können an ihren Arbeiten und ihren Hintergründen. Matthew Darbyshire, Daniel Pitin und Stefan Burger.

Als eine, die sich selbst mit der Welt der Waren und Marken auseinandersetzt, hat mich wie selbstverständlich die Kunst von Matthew Darbyshire interessiert. Ich finde seinen kritischen Ansatz mit den Mechanismen der Warenwelt der Auseinandersetzung würdig – auch wenn ich zugeben muss, dass mir seine Glas-Arbeiten nicht so sehr zusagen.

Matthew Darbyshire - Untitled (Shelves No. 1-3), 2008

Der Brite sucht nacht den Schnittstellen zwischen Design und Kunst. Er verknüpft Kopien von Design-Klassikern mit Elementen aus der Mode, mit Fakes und Kultlabels. Er stellt zum Beispiel in so ein Ikearegal exklusive Kristallobjekte neben billigen Plastikglästern aus einem Warenhaus. Das ist spannend – und leider muss man sich in dem Fall fragen war der gesamte Stand an der Liste schon ausverkauft. Irgendwie paradox das.

Der Prager Daniel Pitin war auf der Liste 08 mit Zeichnungen bzw. gezeichneten Videostills vertreten. Zum Beispiel Behind the House aus diesem Jahr. Wenn jemand zwischen Malerei und Film hin- und herspringt, hat er meine fast geteilte Aufmerksamkeit. Pitins Markenzeichen sind verfremdete Szenen aus Filmen, die als gemalte Bilder eine interessante Verfremdung erfahren. Vor allem Hollywood-Klassiker – also Mainstreamwerke des Films – werden von ihm aufgegriffen, wichtiger Details beraubt und dadurch für neue Kontexte eröffnet. Gleichzeitig kann er wie in einem Nebeneffekt klassische Erwartungen an die Malerei hervorbringen, die natürlich gebrochen werden. Eine Auswahl seiner Auswahl zeigt seine Heimatgallerie Hunt Kastner.

Daniel Pitin - Behind the House, 2008

Humor ist für mich extrem wichtig. Nicht nur in den eigenen alltäglichen Lebenslagen, sondern auch in der Kunst. Wenn Humor sich dann auch noch auf die Kunst und ihre Prinzipien konzentriert, kann man bei mir fast nichts mehr falsch machen. Deshalb ist mir der Stefan Burger sehr symphatisch. Nicht nur wegen seines feinen Videos Abstraktion und Blattmimese, dass gerechtfertigterweise an den diesjährigen Swiss Art Awards zu sehen war. Auf der Liste (bzw. dem Special Guest Kunsthaus Baselland) war er mit einigen Fotografien vertreten, die mir einfach gefallen haben.

Alles in allem bin ich eher enttäuscht aus der alten Brauerei wieder nach Hause gefahren. Viele Sachen sind einfach zu vorhersehbar weil zurechtgeschnitten auf einen Kunstmarkt, dem es eher um kurzfristige Aufgeregtheiten geht als um Prozesse und Produktionen, die (meinetwegen auch) lärmend nach Auseinandersetzung verlangen. – Kaum Neues – nur findet dieses Langweilige mehrheitlich jetzt auch auf der Liste statt.

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Von der Kunst, eine Liste zu betreiben (Teil 1)

Muss mit den Jahren schwieriger werden, auf Gegen- bzw. Alternativveranstaltungen das Niveau der Anfangsjahre zu halten. Immer schwieriger. Nach meinem Besuch in Basel muss ich feststellen: Je einfacher die Kunst sich den Gesetzen des Wohlgefallens verschreibt – im Sinne des Lass-uns-das-Zeug-mal-als-Anlage-betrachten – scheint es proportional unmöglicher, ihr etwas anderes als Wohlgefallen abzugewinnen. Auf die Art gehe ich ja schon nicht mehr. Die Erwartungen wurden immer weniger erfüllt. Umso mehr hatte ich mich immer auf das Neulang gefreut, dass es auf der Liste zu entdecken galt. Vorbei – resümiere ich – ohne Bedauern. Denn es ist kurzweilig, da hindurchzulaufen. Nicht mehr und nicht weniger. Wobei ich mich allerdings frage, wann denn der BigBäng passiert. Wo sich all die Kunst-produzierenden Menschen einmal heftig wie ein Hund nach einem Bad schütteln, und all dieses kryptische Sich-auf-den-Markt-hinorientieren von ihnen abfällt. Da würde ich dann gern mitmachen. Ich freue mich auf die Gegenbewegung, die in Wellen (sprich regelmässig) kommt und die rebelliert und sich einen wirklichen Dreck um Verkäuflichkeit schert und sich dafür mit Dingen auseinandersetzt, die für die meisten schon abgeschrieben sind. – Halt: das ist kein Lamentieren, sondern ganz banales Wunschdenken. – Darf man zwischendrin und zwischendurch mal haben.
Einige wenige Künstler und Künstlerinnen habe ich trotzdem ausgemacht, denen ich von Zeit zu Zeit nachgehen werde.

Jimmy Baker. Ich muss jedoch zugeben, es ist in erster Linie diese Oberfläche, die mein Interesse hervorgerufen hat. Ein spiegelglatter Überzug – mit einem wirklich beeindruckenden Effekt der Makellosigkeit. Ich musste mir die Bilder immer wieder von so nah ansehen, dass es fast schon unangenehm war. Jedenfalls muss ich unbedingt wissen, was es mit diesem “Resin” auf sich hat.

Jimmy Baker - A stillness, Oil and resin on canvas, 2008

Adrian Ghenie – ein Maler aus Rumänien. Sehr düster und nicht nur stilistisch, sondern auch thematisch erinnert er mich ordentlich an die sozialistischen Realisten. Sein Flight to Egypt habe ich im Netz leider nicht gefunden.

Cyprien Gaillard – Zumindest auf der ästhetischen Ebene funktionieren diese Arbeiten vom Franzosen. Kleine Schwarzweiss-Fotografien, die in Umschlägen stecken, die teileweise zerrissen sind. Das erlaubt einen freigelegten Blick auf die postkartengrossen Ansichten, der erst durch diese geordnete Zerstörung möglich wird. Könnte man im erstem Moment platt und wenig aufregend finden. Aber als Serie funktioniert das wie schon gesagt wenigstens auf der Ebene der Anmutung.

Cyprien Gaillard - New Pictoresque

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