Circlesquare (via Free MP3 of the day)Nach dem der Kanadier mir schon mit seinem Debüt Pre-Earthquake Anthem so gut gefallen hatte, war ich gespannt auf das neue Album. Der Mann hatte immerhin 5 Jahre (fast) nichts von sich hören lassen. Und ich bin überrascht: viel mehr Stimme als auf seinem weitgehend  instrumental angelegten Vorgänger. Und wenn der Mann seine Stimme einsetzte, passte die fast vollkommen zu seinen Tracks. Diesmal gibt es mehr Vocals und mehr Tanzen. Auch wenn der Song hier wirklich wie einer der Tracks vom Debüt anfängt, entwickelt es deutlich mehr Zug zur Tanzfläche. Circlesquare – Dancers (Songs about Dancing and Drugs, 2008 / / label: K7 (auf Anfrage des Labelvertreters gelöscht)

Wer übrigens von seinem Pre-Earthquake Anthem bisher nichts gehört hatte: ist eine meiner Lieblingsempfehlungen. Oder anders gesagt, Besuch – will er gepflegt mit Musik versorg werden, kommt um diese Scheibe fast nie herum. <G>

das Debut-Cover - Pre-Earthquake Anthem das neue Cover - Songs About Dancing and Drugs

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In den letzten Tagen musste ich mehrmals meinen Feed bzw. die Adresse umstellen. Das hat sicherlich für die eine oder andere Verwirrung gesorgt. Aber irgendwie bekomme ich das nicht so deutlich in den Griff. Für allfällige Umstände seit hier eine Entschuldigung gegeben und möglicherweise taucht das eine oder andere Problemchen nochmals auf. Mea culpa schon mal vorneweg – sollte also der Feedreader des Vertrauens anzeigen, bhlogiston gäbe es nicht mehr – stimmt mit grosser Wahrscheinlichkeit dann nicht. Einen schönen Tag noch.

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Jeremy jayDa scheppert ein billiges Synthie-Orgel-Imitat daher – so schmissig, als hätten es derer Auswüchse vor 25 Jahren nicht gegeben – und dann mümmelt Jeremy Jay so vor sich hin – bis die Stelle kommt – wo er engelsgleich seufzen kann. Grossartig. Feiner Feinpop – mit jener Unaufdringlichkeit, die sich mir vor allem dann einprägt, wenn ich Franz Ferdinand gerade nicht brauche. Jeremy Jay – Love Everlasting (Lover Everlasting, 20o9 //K Records via betterPropaganda

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Chaim SoutineChaïm Soutïne (1893 – 1943) – ein weissrussischer Jude, den es ins Paris der Moderne zog. Er galt als ungestümer Mensch, was ich grundsätzlich schätze. Als Künstler ist er mir erstaunlicherweise bisher verborgen geblieben. Wohl auch, weil einige seiner Freunde es zu mehr Ruhm gebracht haben. Modigliani z. B. oder Picasso. Gleichfalls fast rätselhaft ist, dass er relativ unabhängig blieb von den Einflüssen der Avantgarde Westeuropas. Nachdem er die ersten 30 Jahre seines Lebens in Armut lebte, brachte ihm seine Malerei ab Anfang der 20er Jahre finanziellen Erfolg. Sein Leben war in seinen letzten Monaten von der Flucht vor der deutschen Besetzung Frankreichs geprägt.

Ich bin erstaunt über die Farben, die es an Intensität mit jener von Oskar Kokoschka, Marc Chagall oder anderer Vertreter der Brücke aufnehmen können. Und ich bin erstaunt über die expressive Schärfe, seinen Ausdruck. Das Licht in seinen Bildern erinnert mich an die Malerei des 17. Jahrhunderts. Und es überrascht mich keineswegs, dass als seine Einflüsse El Greco und Velasquez genannt werden. Wahrscheinlich haben seine Bilder deshalb so eine starke Wirkung auf mich. Noch stärker beeinflusst haben ihm (nach Wiki-Eintrag) Cézanne, van Gogh und Bonnard, gegen die ja auch nur wenige ernsthaft etwas einwenden werden. <G>

Neben Portraits von Freunden hat er tatsächlich doch ziemlich viele Landschaftsbilder gemalt und Tiere. In seinem frühen Bilder sind es vor allem Bilder geschlachtete Tiere. Später waren es eher lebendige denn tote.

Soutine Bild 1 Soutine Bild 2 Soutine Bild 3 Soutine Landschaft bei Cagnes

Die nächste Ausstellung, die ich ohne weiteres noch erreichen kann, ist in der Galerie Thomas, München angekündigt; vom 26. März bis 16. Mai.

Chaïm Soutïne bei Wikipedia

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Luc TuymansGestern hatte ich mal wieder versucht, eine institutionelle Konferenz mit Thema Kunst zu besuchen. Das Schaulager in Basel hatte geladen, sich mit dem Grund – als Feld des Sichtbaren  auseinanderzusetzen. Die internationale Tagung von eikones NFS Bildkritik – las sich zunächst recht interessant – und der erste Referent, Prof. Gottfried Boehm aus Basel versprach eine hochkarätige philosophische Veranstaltung mit seinem “Der Grund und die Gründe”.

Auf dem Grund stehen wir, er trägt uns. Wenn wir einen Grund angeben sollen, meinen wir eine kausale Bestimmung und sprechen vom Begründen. Aber auch bei Bildern können wir einen Grund benennen. – Die Beschäftigung mit dem Grund war lange Zeit von den einflussreichen Theoremen der Gestaltpsychologie beherrscht. (…)

Doch im Laufe der folgenden zwei Vorträge machte sich in mir gähnende Langeweile breit und Erstaunen. Erstaunen darüber, wie verknarzt, verknattert und jenseitig sich kunsthistorische Dispute gestalten, wenn sie mehr wollen, als mal eben Interpretationen an alten Bildern vorzunehmen. – Künftig wird mir das eine Warnung sein und werde um Veranstaltungen einen möglichst grossen Bogen machen, die sich anschicken, das philosophische Gründeln über Bilder in der Kunst zum Programm zu machen.

Einziger Licht- und Ausblick der Veranstaltung, die noch heute und morgen weitergeht, von der ich mich zumindest für heute empfehle, war der letzte Vortrag. Praxisorientiert, wie ja Kunsthistoriker sind, kam ein Künstler zu Wort. In dem Fall Luc Tymans, von dem ich (zu meiner Schande gestehend) bis dahin nichts wusste. Inzwischen ist er meinem Facebook-Fantum beigefügt worden. Eine ausführliche Beschäftigung mit seinen Werken wird folgen. Denn nicht nur war der gute Mann erfrischend anders – als die akademischen Hohepriester von Bedeutung, Grund, Feld, Topografie und dergleichen. Er war inhaltlich extrem spannend und vieles, was ihn umtreibt, beschäftigt auch mich. Zusätzlich kommen mir seine ästhetischen Umsetzungen bei konkreten Anliegen sehr vertraut vor. – Ich bin gespannt – und werde versuchen, ihn zu uns in den Master einzuladen.

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