Muss mit den Jahren schwieriger werden, auf Gegen- bzw. Alternativveranstaltungen das Niveau der Anfangsjahre zu halten. Immer schwieriger. Nach meinem Besuch in Basel muss ich feststellen: Je einfacher die Kunst sich den Gesetzen des Wohlgefallens verschreibt - im Sinne des Lass-uns-das-Zeug-mal-als-Anlage-betrachten - scheint es proportional unmöglicher, ihr etwas anderes als Wohlgefallen abzugewinnen. Auf die
Art gehe ich ja schon nicht mehr. Die Erwartungen wurden immer weniger erfüllt. Umso mehr hatte ich mich immer auf das Neulang gefreut, dass es auf der
Liste zu entdecken galt. Vorbei - resümiere ich - ohne Bedauern. Denn es ist kurzweilig, da hindurchzulaufen. Nicht mehr und nicht weniger. Wobei ich mich allerdings frage, wann denn der BigBäng passiert. Wo sich all die Kunst-produzierenden Menschen einmal heftig wie ein Hund nach einem Bad schütteln, und all dieses kryptische Sich-auf-den-Markt-hinorientieren von ihnen abfällt. Da würde ich dann gern mitmachen. Ich freue mich auf die Gegenbewegung, die in Wellen (sprich regelmässig) kommt und die rebelliert und sich einen wirklichen Dreck um Verkäuflichkeit schert und sich dafür mit Dingen auseinandersetzt, die für die meisten schon abgeschrieben sind. - Halt: das ist kein Lamentieren, sondern ganz banales Wunschdenken. - Darf man zwischendrin und zwischendurch mal haben.
Einige wenige Künstler und Künstlerinnen habe ich trotzdem ausgemacht, denen ich von Zeit zu Zeit nachgehen werde.
Jimmy Baker. Ich muss jedoch zugeben, es ist in erster Linie diese Oberfläche, die mein Interesse hervorgerufen hat. Ein spiegelglatter Überzug - mit einem wirklich beeindruckenden Effekt der Makellosigkeit. Ich musste mir die Bilder immer wieder von so nah ansehen, dass es fast schon unangenehm war. Jedenfalls muss ich unbedingt wissen, was es mit diesem “Resin” auf sich hat.
Adrian Ghenie - ein Maler aus Rumänien. Sehr düster und nicht nur stilistisch, sondern auch thematisch erinnert er mich ordentlich an die sozialistischen Realisten. Sein Flight to Egypt habe ich im Netz leider nicht gefunden.
Cyprien Gaillard - Zumindest auf der ästhetischen Ebene funktionieren diese Arbeiten vom Franzosen. Kleine Schwarzweiss-Fotografien, die in Umschlägen stecken, die teileweise zerrissen sind. Das erlaubt einen freigelegten Blick auf die postkartengrossen Ansichten, der erst durch diese geordnete Zerstörung möglich wird. Könnte man im erstem Moment platt und wenig aufregend finden. Aber als Serie funktioniert das wie schon gesagt wenigstens auf der Ebene der Anmutung.






