Es lebe die Party!

By in europa, musikhören, urban on 3. November 2007

Vive la Fete!

Sie machen es jedem leicht. Sehr leicht. Auch Nichteingeweihte oder Nur-Begleitungen oder Neue – für alle brauchen Vive la Fete! eigentlich nur runde 5 Minuten – und du bist auf ihrer Seite. Nach meinem inzwischen vierten kann ich sagen: diese Band ist eine Bank. Jeder Gig eingeprägt, würdig eines Speichervorgangs, der Jahre überdauert. Und immer wieder neu, die Begeisterung direkt danach. Das ist nicht einfach leergefegter Electropop. Das ist Begeisterung am Mischen von Gitarre und Synthie – allein für die Hüfte. Und die kann gar nicht anders als mitmachen. – Und das beste ist natürlich Els Pynoo – ihres Zeichens Muse für den Gitarristen aber eigentlich die Sängerin der Band. Ausstrahlung sagt man dazu. Und dann ist daneben immer noch ein Wundern, wie diese Frau sich bewegt. Mal wie eine Elfe, mal wie eine Ballerina, mal wie ein Fohlen, das ausschlägt – immer elegant. Mit der seltsamen Eigenart, die Bühne barfuss zu betreten, um das gesamte über auf ihren Ballen zu absolvieren. In der Summe zwingend aufregend.

Jedenfalls gestern war wieder eines jener grossartigen Konzerte, die diese Belgier wie nebenbei hinlegen. Sehr aufgeräumt die Herrschaften – und sie – Els Pynoo – in einem Gedicht von schwarzem Kleid, dass ihr nur bis zum Ansatz der Oberschenkel zu reichen schien. Puh.
Die Mischung zwischen neuen Stücken und ihren Hits (Schwarzkopf, Maquillage) war für diese Fete optimal. Und als wäre die normale Aneinanderreihung von Glanzstücken während so eines Live-Ereignisses nicht genug, gaben die Herren auch mal alles, wenn die Sängerin für ein paar Minuten die Bühne verliess. Dann gingen sie auf Pose, Rock natürlich. Als wollten sie zeigen: hinten hat der Fuchs die Eier. Und lieferten eine derart hartgerockte Version aus dem Musicalthema Jesus Christ Superstar ab, dass es einem die Ohren anlegte. Das war der voreilig gedachte Höhepunkt und ich dachte, das wars wohl. Die Stunde war rum – das passte als Abschluss bestens. – Zur Zugabe liessen sich Vive la Fete! nicht lange bitten und lieferten nicht ein Stück, nicht zwei, sondern eine schöne halbe Stunde Extraportionen. Die hatten ihren Spass und schienen gar nicht mehr aufhören zu wollen. Und wieviel Popreferenzenspass sie verstehen, durfte nachvollziehen, wer sich vom letzten Knaller der Combo mitreissen liess: die Gitarrenversion von Plastique Bertrands Ça plane pour moi, die die Klaxons gerne geschrieben hätten.

Vive la Fete! – Home – zum aktuelles Album anhören oder via myspace.com

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