Kostenlose Downloads sind was sehr Rücksichtsvolles, wenn sie freimütig vom Künstler bereitgestellt werden. Und weil das wunderbar zusammenpasst – gestern hörte ich über Stunden das aktuelle Maps-Album – gibts heute Musik zum Mitnehmen.

Maps – Don’t fear // gefunden via Dummy, auf dem noch To The Sky zum Herunterholen wartet.

Bei der Gelegenheit kann ich gleich grundsätzlich auf das Dummy-Magazin aufmerksam machen. Die aktuelle Herbstausgabe besorgt sich um Jack Penate, Bat for Lashes, Diplo, Rinse FM, Beirut und weitere. Vor allem Bat for Lashes sind/ist ja derzeit in aller verständigem Munde. Die Onlineversion ist ein überaus handliches Stück Webangebot zum Lesen, vor allem Ansehen, Bilder extrahieren usw.Und weil wir gerade dabei sind: hier ein kostenloser Download von Bat for Lashes – Horse and I, bereitgestellt via Filter

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Mitwochs Zeichnen bei Peter Radelfinger. Dankenswerterweise beschränken sich seine Unterweisungen nie auf die eigentliche Aufgabe. Heute gab es den Hinweis zum Konzeptkünstler Ilja Kabakow (*1933) dazu. Kurz gegoogelt, Website aufgeschlagen und mir tat sich ein Universum auf. Ohne es zu merken, ging eine Stunde ins Land und ich hatte gerade mal oberflächlich die Fundstücke überflogen. Selten schien mir der Versuch, jemandes Werke zu betrachten so ungenügend. Was für ein sinnenloses Erlebnis, diese Dinge auf einer zweidimensionalen Monitorfläche zu betrachten. Wie müssen diese Konzepte und Installationen erst im real life wirken? Seit seiner Emigration aus der UdSSR 1989 lebt er in New York. Die Schweiz darf für sich in Anspruch nehmen, seine erste Ausstellung im Westen gezeigt zu haben. In Bern. 1987 in der Kunsthalle.

Das faszinierende an seinen Arbeiten sind sowohl der Schaffensprozess selbst, der ausführlich dokumentiert wird von ihm, als auch die spektakulären Arbeiten. Man kann nicht wirklich sagen, dass sie monumental sind oder gigantisch. Stattdessen sie sind extrem umfangreich, imposant, raumgreifend. In seiner Kunst reflektiert er seine russische Herkunft, die Mentalität seiner Landsleute. Dabei ist ihm eine grosse Anteilnahme an den Menschen seiner ehemaligen Heimat eigen, die man selten in der Kunst findet. Meist arbeiten sich gegenwärtige Künstler ja eher an den Eigenheiten ihrer Mitmenschen ab. Seine aufwendigen Installtationen entstehen in Partnerschaft mit seiner Ehefrau Emilia Kabakow.

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Wahrscheinlich gibt es kein Seminar zu Filmgeschichte, in dem der Name von Muybridge nicht fällt. Kein Wunder, sind faszinierend seine Reihenfotografien auch nach x-maligem Sehen. Wie simpel diese Idee, etwas sooft zu fotografieren, dass daraus schliesslich ein Film entsteht.

Noch besser die Nummer mit dem Bison (habe ich bei Wikipedia gefunden). 16 Kameras nebeneinander aufgestellt fotografieren einen Bison und das lässt sich dann als Bewegungsstudie ansehen.

Eine experimentelle Auseinandersetzung mit Muybridges hat in den Anfangstagen der Videokunst Gábor Bódy geleistet – ein ungarischer Film- und Videokünstler, der nicht nur viel zu wenig bekannt ist. (am Rande sei eine der besten experimentellen Spielfilme erwähnt: Narziss und Psyche von 1980; mit einem unglaublich jungen, unglaublichen guten Udo Kier in der Narziss-Rolle – Prädikat: besonders sehenswert.) Homage to Eadweard Muybridge von Gábor Bódy Muybridge bei Wikipedia

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Klaxons logo

Samstag – fürstlich gegessen – da blieb für den Rest des Abends noch das Konzert mit vier hyppen Typen aus Old England. Die Klaxons kamen in Zürich vorbei. Und weil die Jungs fürs Abart wohl schon “zu gross” sind, wurde ins Rohstofflager geladen. Dort hatte ich eines meiner besten Konzerte erlebt – Peaches vor drei Jahren – deshalb war dagegen erstmal nix einzuwenden.

Proppevoll dann der Club. Klar. Die Stimmung schön aufgeladen – was konnte da schief gehen. Nichts eigentlich. Zumal den Klaxons ein fast legendärer Ruf als Live-Band vorauseilt, die keinen Abend anbrennen lassen. Schon bei den ersten Riffs ging die Menge vorn voll mit und hörte nicht mehr auf. Unklar. Denn was die Band da als Live-Ereignis ablieferte war enttäuschende Durchschnittsware. Stück an Stück – eine Zwischenansage – “Zurich”, noch ein paar gemurmelte Worte, wieder Stück an Stück – etwas andere Reihenfolge als auf dem Album – aber sonst. Keine Leidenschaft, keine wilden Interpretationen, keine ausgeflippte Show. Einfach runtergespielt das Zeug – nicht schlecht / OK – aber irgendwie gelangweilt. Eine einzelne Zugabe gabs dann noch. Ein Stückchen sozusagen – aber was will man verlangen von einer Band, die erst ein Album gemacht hat. Da kann man nicht aus einem riesigen Arsenal schöpfen und Vive la Fete heissen.

Ich weiss nicht, woran es gelegen hat – vielleicht hat man die eine Platte inzwischen zu häufig wiedergegeben, vielleicht waren die Jungs müde, vielleicht war es einfach nicht ihr Tag. Und wenn ich dann noch im Moblog der Klaxons lese, dass das Konzert in Zürich besser war als jenes in St. Gallen – tja, dann denke ich so bei mir: sie sollten nach Hause fahren, Pause machen und ein paar neue Stücke aufnehmen.

Klaxons – Golden Skans (Download viamyspace.com) // homepage

Und noch etwas ist mir an diesem Abend unangenehm aufgefallen. Die Band war kaum fertig – das ging es Licht an, Konserve an, Affe tot. Und als wenn das nicht Enzauberung genug wäre, tobten im selben Augenblick schon zwei Leute mit riesigen Besen durch die Menge, um die Halle auszufegen. Hab’ ich noch nie erlebt und ich frage mich, ist das ne Unart vom Abart (kaum vorstellbar) oder Mentalität vom Rohstofflager: wenn Konzert vorbei, raus mit der Meute. Hatte mir gar nicht gefallen, das.

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oder eigentlich richtig Medien Kunst Netz – eine Plattform will dies sein bzw. werden. Und weil es derer noch nicht allzu viele gibt im Netz, die sich medienkonform zu einem Hub für Medienkunst aufbereiten – soll www.medienkunst.de hier Erwähnung finden werden.

Shaw/Hegedüs/Lintermann, »conFIGURING the CAVE«, 1996

Für mich spielte der Zufallsgenerator auf der Homepage die Installation conFIGURING the CAVE von Shaw/Hegedüs/Lintermann auf den Monitor. Gut. Und dazu heisst es:

»conFIGURING the CAVE« konfrontiert den Besucher mit sieben einander folgenden audio-visuellen, virtuellen Welten. Die Besucher werden mit einer 3D Brille ausgestattet und betreten das Medientheater. In der Mitte des Raumes steht ein Computermonitor vor einer riesigen Projektionsfläche. Auf dem Monitor ist eine virtuelle Modellierpuppe zu sehen. Die Besucher sind eingeladen, die Puppe zu manipulieren: ihren Kopf zu neigen, ihre Gliedmaßen zu bewegen, sie horizontal oder vertikal zu drehen. Auf diese Weise können sieben unterschiedliche computergenerierte Welten erkundet und kontrolliert werden. Indem der Besucher mit den Händen der Puppe ihre Augen verschliesst und wieder öffnet, kann er sich in die nächste dreidimensionale Welt begeben. In jeder der projizierten Umgebungen variiert die interaktive Funktion der Puppe, und so ist es die Aufgabe des Besuchers, die unterschiedlichen Parameter der Bilderwelten herauszufinden. (Jeffrey Shaw)

Aufgenommen bzw. ausgestellt wurde die hier abgebildete Installationsansicht 1997 in Tokyo im NTT InterCommunication Center (ICC)

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