Grosses Trommeln und dann war ich doch ein klitzekleinesbisschen enttäuscht. Die offiziellen Exponate fanden sich in einem relativ kleinen Raum wieder. Aber ja nu – das wenige war auf jeden Fall interessant. “Access” war das Thema – wird immer wichtiger. Neue Verteilkämpfe wiederholen und rekapitaliseren die bestehenden Strukturen fast schmerzlich jeden Tag aufs Neue. Logisch haben mich deshalb Projekte wie das “Opera Calling” von Bitnik aus Zürich besonders gefreut. – Zur Erinnerung – im Zürcher Opernhaus wurden Handy-”Wanzen” versteckt, um live Ausführungen zu senden. Und senden ging dann so, dass per Zufallsprinzip Haushalte in Zürich telefonisch angewählt wurden, die dann an den Aufführungen teilhaben kostenlos (leider wohl nicht in bester Qualität). Aber mein heimlicher Renner war dann auch “Picadae” von Christoph Wachter und Matthias Jud. Mit dieser Website können interessierte Menschen (in zensierten Webdomainen) diese Informationsverbote umgehen. Und auch wenn der Dienst von www.picidae.com längst von zum Beispiel von chinesischen Behörden gesperrt wurde, hat die technische Umsetzung längst unzählige Nachahmer gefunden.

Und um kryptische Geleiseecken (neubaslerisch die coole Ecke des Dreispitzareals) gab es ja auch noch die Schau der NoNames, sprich die StudentInnen hatten die Möglichkeit, leere, kalte Eisenbahnwaggons interssanter zu gestalten. – Bleibt zu sagen, die Waggons an sich waren eine super Idee – andererseits wirken die Exponate etwas beziehungslos.

Hier kommen noch ein paar Fotos – die beiden oben zeigen exemplarisch das Projekt “Opera Calling” von Bitnik. Das eine unten zeigt die “Präsentation” von Amazon Noir – einem Projekt, das die Volltextsuche von Amazon dazu benutzte, komplette Bücher gratis herunterzuladen.

Shift 1 Shift Detail Amazon Noir

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In den nächsten Tagen Wochen möchte ich ein paar Sammler und Sammlerinnen vorstellen, die in ihrer Leidenschaft interessantes zusammengetragen haben. Quer durch alle Kunstrichtungen kommt da ein Potential an Sammelwut (glücklicherweise) zusammen, da steh ich staunend davor. Diese kleine Serie will zwei Dinge. Eventuell hier vorbei Flanierende anregen, sich die hier vorgestellten Persönlichkeiten etwas genauer anzusehen. Und für mich ist das ein kleines Archiv, derer Dinge, mit denen ich mich von Zeit zu Zeit während meines Studiums der Neuen Medien beschäftige. Diese kleine Auswahl entsprach nicht meinen Gedankengängen, sondern geht auf die Anregungen von Peter Radelfinger zurück. Also die Liste derer, die hier in schöner Regelmässigkeit auftauchen werden.

Aby Warburg Andy Warhol Bernd + Hilla Becher Christian Boltanski Marcel Duchamp Marcel Broodthaers Hanne Darboven On Kawara Rhoades Gerhard Richter Richard Price Mark Dion Armand Schulthess Tracey Moffat

Ich weiss nicht, was hier für Schätze gehoben werden – und bin selber sehr gespannt.

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Also habe ich mich auch endlich dem Polyvore-Wahn hingegeben. Ist ein cooles Tool – das vielleicht mit anderen Inhalten noch cooler wäre. )

 

gefunden via pauline

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Aufgeschnappt in einer Vorlesung vor wenigen Tagen. Der Fotograf Timm Rautert hat sich des Verhältnisses von Mensch und Maschine angenommen. Klar kommen dabei unterkühlte Bilder heraus. Und wie immer ist diese kühle, sterile Atmosphere nicht frei von einer Ästhetik, die ich natürlich nicht erklären kann. Klar, wahr, sonderbar. Warum sind solche Arbeitsplätze irgendwie zwanghaft so distanzierend? Solche Fotos übrigens auch.

Und dann lese ich, dass Timm Rautert frisch gebackener Lovis-Corinth-Preisträger ist. Ein Preis, der alle 2 Jahre Künstlergilde Esslingen und dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg verliehen wird. Timm Rautert bekam den Preis für sein Lebenswerk. Und ist als Fotograf der Erste.

Foto Timm Rautert – Prüfung von Messgeräten bei Mannesmann-Kienzle (1981)

Timm Rautert 1981

Da ist es schon fast blöd, während ich das schreibe und mir Fotos von ihm ansehe, Arcade Fire’s Neon Bible im Player laufen zu lassen.

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